
Das Albatron KI690-AM2 ist eines der kompaktesten, multimedialsten und sicher auch leistungsfähigsten Mainboards der Welt. Derzeit gibt es nur wenige andere Mini-ITX Mainboards, die in Sachen Performance und Ausstattung mit dem Albatron KI690-AM2 mithalten können. Durch den großen CPU Sockel und der entsprechenden Kühlerhalterung hat Albatron viele Chips direkt auf der Unterseite angebracht. Die Verarbeitung und die Anordnung der Komponenten wurde sehr professionell durchgeführt.
Die Schnittstellen an der ATX Blende und der gewählte Chipsatz deuten stark darauf hin, dass das KI690-AM2 weniger für die Industrie, als viel mehr für den ambitionierten Endanwender konzipiert wurde, der auf kleinstem Raum die modernsten Multimediaschnittstellen benötigt. Auf keinem anderen Mini-ITX Mainboard findet man so viele Video- und Audioausgänge wie auf dem Albatron KI690-AM2.
Es gibt insgesamt 2 "normale" Videoschnittstellen: VGA und einen DVI, diese sollten sich eigentlich gleichzeitig betreiben lassen. In unserem Vorserienmodelll war ein gleichzeitiger jedoch Betrieb nicht möglich. Für Benutzer eines hochwertigen Videoprojektors ist ein Componenten-Video-Ausgang in YPbPr (bzw. auch RGB) vorhanden. Einen normalen Videoausgang (VHS, S-VHS) gibt es allerdings nicht, weshalb man einen herkömmlichen Fernseher nicht anschließen kann. Optional bietet Albatron jedoch die Möglichkeit an, einen Scart Adapter zu integrieren, mit dem sich fast jeder Fernseher betreiben lässt. Doch ob diese Funktion auch im Retailmarkt erhältlich ist und nicht nur für Projektkunden durchgeführt wird, wagen wir derzeit ziemlich zu bezweifeln. Wer also das Albatron KI690-AM2 als multimediale Zentrale betreiben möchte, sollte entsprechend moderne TV Geräte besitzen. Außerdem können Anwender, die bereits einen HD-Ready/Full HD Flachbildschirm besitzen, diesen digital mittels HDMI ansprechen. Ton in Dolby-Digital wird darüber auch gleich mitgesendet. Wegen der oben genannten Vorserienproblematik funktionierte im Test noch nicht der HDMI Ausgang. Erfreulicherweise hat Albatron auch beim Audio nicht gespart: 5 Klinkenstecker ermöglichen 7.1 Surround-Sound sowie Line-In/Mikrofon und Line-Out/Kopfhörer. Wer eine professionelle Hi-Fi Anlage hat, kann den Surround-Sound digital mittels optischem Anschluss senden. Digital-Audio ist über eine weitere Coaxial-Verbindung auch noch möglich. Und "natürlich" hat Albatron auch einen digitalen optischen Audio-Eingang nicht vergessen. Die mitgelieferte Realtek Software erleichtert zudem die Handhabung der vielen Schnittstellen und ermöglicht eine einfache, individuelle Anpassung der Ausgänge.
Als normale PC Schnittstellen sind noch vorhanden: 4x USB 2.0 (und 4 weitere direkt am Mainboard), 1x Firewire (6 pol.) (ein weiterer OnBoard) und Gigabit LAN.

Bei der Stromversorgung setzt Albatron auf einen ATX 24 + 4 Pin Anschluss, der für die Art von Prozessor und Chipsatzkombination derzeit üblich ist. Allerdings startet und funktioniert das Mainboard auch problemlos mit einem 20 + 4 Pin Netzteil.
Sehr gut ausgestattet ist das Albatron Mainboard mit S-ATA Schnittstellen. Ganze 4 S-ATA II Ports findet man nur auf sehr wenigen Mini-ITX Modellen, für das optische Laufwerk gibt es noch einen P-ATA Anschluss. Als Erweiterungsmöglichkeit steht ein PCI Slot zur Verfügung. Wahrscheinlich hat Albatron kein PCI-E gewählt, da man eher auf die integrierte Grafiklösung setzt. Des Weiteren hat Albatron gerade ein fast baugleiches und nur 3cm breiteres Mini-DTX Mainboard in Planung, das dann sowohl einen PCI als auch einen PCI-E Slot aufweist.

Sehr erstaunt waren wir über die Wahl der Speichermodule, denn Albatron hat sich aus platzgründen für SoDDR2 (Notebookspeicher) entschieden. Beim SoDDR2 limitiert Albatron - zumindest von den Spezifikationen her - den Speicher auf einen effektiven (theoretischen) Takt von 667 MHz (vierfache Speichertakt). Das entspricht PC2-5300 Modulen (oder SoDDR2-667), die mit einem Speichertakt von 166 MHz laufen und einen IO Takt (Anbindung an Speicherkontroller) von 333 MHz haben. Im Vergleich zu Standardspeicher für Desktop mit 800MHz würde das Board wichtige Performance (ca. 1GB/s Speicherduchsatz im SingleChannel Modus) verschenken. Allerdings werden SoDDR2-800 Module (200 Mhz Speichertakt) trotzdem unterstützt und auch im BIOS richtig erkannt, wie es sich in unserem Test herausstellte. Zudem lässt sich im BIOS auch manuell Speicher bis DDR2-800 auswählen. Die Timings sind aber nicht konfigurierbar, hier werden oft zu hohe CAS/RAS Werte verwendet.
Absolut unklar war uns, warum das Mainboard - egal ob SoDDR2-667 oder SoDDR2-800 eingesetzt wurde - den Speicher immer mit 200 MHz Speichertakt betreibt. Im Falle von SoDDR2-667 wird dieser mit 33MHz oberhalb der Spezifikationen betrieben, was im Bereich dieser Notebookspeicher durchwegs zu Problemen führen kann. Es ist ein Glück, dass das Mainboard dank der guten Transcend SoDDR-667 Speicher den Test problemlos absolvierte. Die Performance bleibt dementsprechend gleich.
Wer gleich zwei Module einsetzt, kommt auf den Genuss der Dualchannel Speichertechnologie, bei der sich die Bandbreite quasi verdoppelt. Die Leistung ist zwar nicht doppelt so hoch, aber auch in Zahlen deutlich zu erkennen.
 |  | |
All die Multimedia-Schnittstellen und die vielen Features, die das Albatron KI690-AM2 Mainboard so besonders machen, werden durch den neuen Chipsatz von AMD ermöglicht und bereitgestellt. AMD übernahm im letzten Jahr den Grafikkartenspezialisten ATI und hat nun für die neuen AM2 Prozessoren einen Chipsatz mit integrierter Grafik fertiggestellt, der unter dem Namen AMD 690G bekannt ist. Dabei handelt es sich auch um AMDs erste Lösung aus einer Hand, wo CPU, Chipsatz und Grafik aus dem gleichen Anbieter/Hersteller stammen, weshalb es auch für den Business-Bereich sehr interessant ist (Professional Plattform, ähnlich wie Intel vPro). Der integrierte AMD/ATI Radeon X1250 ist ein vollwertiger DirectX9 3D Beschleuniger mit Aufösungen bis 2048x1536 Pixel. Die 3D Grafikperformance liegt in etwa bei GeForce 6150 Niveau und sogar etwas über Intel's neuem X3000 Grafikchip (Intel 965G Chipsatz), allerdings nur bei 3D Applikationen für DirectX (sprich Spiele und Futuremark Benchmark). Für professionelle OpenGL 3D Grafik schneidet dieser Grafikchip wesentlich schlechter ab als der Intel GMA X3000 und sogar der ältere Intel GMA950 Grafikprozessor im 945G Chipsatz. Die Leistung ist hier so schlecht, dass der AMD Prozessor eine 3D Szene in Softwareemulation doppelt so schnell rendert als der Grafikchip in Hardware, weshalb ein Einsatz im CAD/CAM Bereich dieses Mainboards nicht empfohlen wird. Für 3D Spiele unter Windows reicht das System durchwegs aus, um ältere 3D Games sehr flüssig aber auch Neuere in geringerer Auflösung problemlos spielen zu können. Als reine Gaming Maschine ist das KI690 Mainboard wegen dem fehlenden PCI-E Slot trotzdem ungeeignet, da es nicht aufgerüstet werden kann.
In der ATI Grafik wurde auch eine neue Technologie "Avivo" integriert, um die Multimedia Qualität zu verbessern. D.h. Hardwarebeschleunigung bei der Wiedergabe von HD-Videos (Mpeg2, Mpeg4, H.264, WMV9, HD-DVD mit Time Shifting Funktion). Allerdings hat sich sowohl in unserem Test als auch bei anderen Medien herausgestellt, dass AMD und ATI noch einige Bugs in der BIOS Grundprogrammierung integriert haben, weshalb die HDTV Wiedergabe mit aktivierten Cool'n'Quiet Stromsparfunktionen nicht flüssig ist. Durch kommende Updates (Albatron wird dann auch ein neues BIOS ausliefern) genügt schon eine 1GHz langsamere CPU für die einwandfreie Wiedergabe dieser Inhalte.
Der Chipsatz ist bereits Windows Vista (Premium) Ready und unterstützt die Aero Glass Oberfläche mit seinen 3D Effekten voll und ganz. Der Chipsatz mit seiner Grafikeinheit und die Southbridge werden durch einen großen Aluminiumblock passiv gekühlt und erwärmen sich nur gering.

Als erstes Mini-ITX Mainboard mit einem AMD Athlon 64 Prozessor ist Albatron bereits mit dem Vorgängermodell KI51PV-754 in die Geschichte eingegangen. Allerdings hat es den älteren Sockel 754, der mittlerweile ausgelaufen ist. Mit diesem neuen Modell schreibt Albatron auch wieder ein bisschen Geschichte, auch wenn viele andere Hersteller ähnliche Boards angekündigt haben und mittlerweile auch ausliefern, so wie der Industriehersteller IEI.
Im Albatron KI690-AM2 Mini-ITX Mainboard können Prozessoren für den Sockel AM2 eingesetzt werden, das sind: Athlon 64 (ein Kern), Athlon 64 X2 (zwei Kerne), die High-End Varianten Athlon FX und der ganz günstige Sempron 64. Vermutlich funktionieren auch die Serverprozessoren Opterons aus der 1xx Serie für Sockel AM2 und es könnte auch sein, dass die kommenden neuen AMD Phenom (K10 Kern) Prozessoren (zwei und vierkernig) für Sockel AM2+ (wegen der Abwärtskompatibilität) auch in diesem Mainboard laufen. Dies wäre natürlich ein positiver Langlebigkeits-Nebeneffekt für das Albatron KI690-AM2 Mini-ITX Mainboard.
Für alle Prozessoren gibt es mittlerweile verschiedenste Varianten, deshalb muss man beim Kauf etwas genauer nachsehen: Sempron 64 mit Manila Kern, Athlon 64 mit Lima oder Orleans Kern, Athlon 64 X2 mit Brisbane oder Windsor Kern. Dazu gibt es eine weitere Identifikation für den Stromverbrauch: die normalen Einkern CPUs (Sempron und Athlon 64) haben 62W TDP, in der EE SFF (Energy Efficienty Small Form Factor) Version nur 32-35W TDP. Der Athlon 64 X2 mit seinen Kernen je nach Modell zwischen 89W, 65W (EE) und 35W (EE SFF) TDP. Langer Rede kurzer Sinn: mit diesem Mainboard kann man sowohl eine gute Leistung (mit schnellem Athlon 64 X2 oder FX) als auch einen geringen Stromverbrauch durch die EE CPUs erreichen. Allerdings sollte man hier auf die EE SFF Modelle setzen, da in unserem Test der Stromverbrauchunterschied des Athlon 64 X2 5200+ und X2 3800+ EE nicht wirklich groß war. Durch die Technik Cool'n'Quiet reduziert sich die Taktfrequenz bei allen Prozessoren auf 1000 MHz.
|
Die CPU-Kühlung erfolgt durch Kühlelemente eigener Wahl, da Albatron keinen eigenen Kühler mitliefert. Man sollte aber wegen dem geringen Platz beachten, dass sehr große Kühler mit dem Speicher oder Chipsatz kollidieren könnten.
So lange man aber keine extremen CPUs einsetzt, die vielleicht noch übertaktet werden, reichen auch die Standardkühler von AMD aus, welche in der Boxed Verpackung zusammen mit CPU mitgeliefert werden.
|
|