

Das AOpen i965GMt-LA Mini-ITX Mainboard ist kompakt gebaut und auf beiden Seiten mit Chips und Komponenten bestückt. Von der Bauart her orientiert es sich eindeutig an den Consumer, sprich dem Endkunden, allerdings merkt man auch, dass es im industriellen Umfeld eingesetzt werden soll. AOpen wagt es doch nicht, nur für den Endkunden zu produzieren, dafür fehlen moderne Schnittstellen wie PCI-Express oder Mini-PCI-Express Slots, die übrigens Bestandteil der Santa Rosa Plattform wären. Das Mainboard ist aber auf die eigene Gehäuseserie abgestimmt und kann deshalb im AOpen S120 Gehäuse ohne weiteres eingesetzt werden.

Obwohl der GM965 Chipsatz HDMI unterstützen würde, fehlt eine Schnittstelle dafür, und HDTV bis 1080p ist nur analog mittels dem Video-Ausgang über das YPbPr Kabel möglich. Dafür gibt es einen DVI Ausgang, der mithilfe eines speziellen Adapters von DVI auf DVI+DSUB (wie er beim AOpen miniPC mitgeliefert wird) dualscreen-fähig ist. Interessant ist zudem, dass sich auf der Platine weitere Lötpunkte für Videoausgänge befinden. Einer davon ist als VGA2 bezeichnet (vielleicht ein normaler D-Sub oder doch ein HDMI?), der andere als LVDS (zur digitalen Ansteuerung von Flatpanels). Vermutlich wird AOpen spezielle Versionen für industrielle Kunden auf Anfrage fertigen.
Des Weiteren gibt es auf der Anschlusseite einen seriellen Port (COM), daneben Gbit LAN und vier USB 2.0 Schnittstellen. Für ältere PS/2 Tastaturen und Mäuse gibt es zwei Anschlüsse, allerdings werden heutzutage solche Eingabegeräte kaum noch verwendet. Die Audio-Ausgabe erfolgt mittels 5.1 Surround-Kanäle oder digital mittels optischem SPDIF-Ausgang, AOpen liefert aber auch einen Adapter für den optischen SPDIF-Eingang mit. Zusätzlich sind noch ein Line-In, Line-Out (Kopfhörer) und Mikrophon vorhanden.
Das Mainboard kann mit zwei SO-DDR2 Speichermodulen bestückt werden und unterstützt auch die DualChannel-Technik zur Verdoppelung der Speicherbandbreite. Leider verschenkt AOpen durch die Beschränkung auf 667MHz Speicher etwas Leistung, SO-DDR2-800 Module können nicht mit 800 MHz betrieben werden.
Die Stromversorgung des Mainboards erfolgt mittels eines externen Netzteils (ähnlich wie bei Notebooks), das eine Spannung von 19V bei maximal 90W verbrauch liefert. Das reicht aber aus. Festplatten und DVD-Laufwerke werden direkt von dem Mainboard aus mit Strom versorgt, ein passendes Molex-Y-Stromkabel liegt bei.
Von den Erweiterungsmöglichkeiten ist das Mainboard auf die PCI und Mini-PCI Schnittstelle beschränkt, ein PCI-Express fehlt leider, eine richtige Grafikkarte kann man also nicht einsetzen. Auch dass kein Mini-PCI-E Slot verbaut wurde, ist irgendwie seltsam. Beim neuen AOpen miniPC Duo MP965 gibt es sogar zwei Mini-PCI-E Schnittstellen.

Im Sockel P mit 478 Pins passen die neuen Intel Core 2 Duo und Celeron M Prozessoren mit Merom Kern. Das System ist wegen des neuen Sockels nicht abwärtskompatibel zu Pentium M oder Core (2) Duo Prozessoren der alten Generation. Der Sockel P mit den neuen Merom Prozessoren ist Bestandteil der Santa-Rosa Plattform, die mit 200 MHz FSB (Quadpumped, FSB800) getaktet ist. Nur beim Celeron M Prozessoren wird der Takt auf 533 herab gesenkt, das entspricht 133 MHz.
Der neue Core 2 Duo Prozessor besitzt zwei Prozessorkerne, der Celeron M nur einen (ist die Budget Version). Von der Leistung her erreichen die mobilen Core 2 Duo's fast Desktop Niveau, verbrauchen aber trotzdem sehr wenig Strom. Durch die Technik Enhanced Speedstep reduzieren sie zudem die Taktfrequenz im Leerlauf, um noch mehr Strom zu sparen. Beim Core 2 Duo gibt es mittlerweile auch etwas abgespeckte Versionen mit nur 2 MB Cache.
Interessant ist, dass im AOpen i965GMt Mainboard sogar der Core 2 Extreme Mobile Prozessor X7800 und X7900 funktioniert, obwohl dieser eigentlich nur im P965 Chipsatz laufen sollte. Dieser ist mit 2,6 und 2,8 GHz getaktet, und hat im Vergleich zu den normalen Core 2 Duo's den entscheidenden Vorteil, dass sein Multiplikator frei wählbar ist. Quellen berichten, dass hiermit bis zu 3,6 GHz im Overclocked-Modus möglich sind, entsprechend viel (700-1000 EUR) kostet der Prozessor. Leider fehlt dem AOpen Mainboard jegliche Overclocking-Funktion, weshalb der X7800 außer einem teuren Gag, kaum einen Vorteil hat.
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Zur Kühlung des Prozessors liefert AOpen einen Low-Profile Aluminiumblock mit 50mm Lüfter mit. Der Kühler arbeitet gut und hält die Temperaturen der CPU sehr niedrig. Der 50mm Lüfter ist nicht so laut, aber auch nicht gerade leise und erzeugt durchwegs 38 dBA bei 4000 U/m. Von einer Lüftersteuerung (wie im Handbuch steht), kann nicht die Rede sein, da der Lüfter sich nie langsamer als 4000 U/m dreht, auch wenn keine Rechenleistung vom System gefordert wird.
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