

Der Gehäusedeckel wird nur durch Klemmen festgehalten und kann einfach weggenommen werden. Gleich darunter befindet sich der Aluminiumkäfig für die Laufwerke, vier Schauben befestigen ihn an das Gehäuse. Löst man diese, so kann man hier eine 2,5" Festplatte einbauen. AOpen liefert zudem Adapter mit, wodurch man sowohl S-ATA als auch P-ATA Festplatten einbauen kann. Im Gegensatz zum Mac mini merkt man, dass der AOpen Mini-PC eigentlich als Barebone konzipiert wurde, da er wirklich sehr einfach geöffnet und erweitert werden kann. Jeder der schon einmal einen PC zusammengebaut hat, sollte damit kaum Probleme haben.

Das kleine Mainboard mit Intel 965GM Chipsatz misst eine Kantenlänge von nur 15x15 cm und ist damit um 2cm kleiner als ein Mini-ITX Mainboard. Der AOpen MP965 kann mit insgesamt zwei SO-DDR2 Modulen ausgestattet werden, maximal 4GB in der Summe. Der Einbau ist aber etwas fummelig. Setzt man zwei Module ein, wird auch die DualChannel Technik aktiviert, die die Speicherbandbreite quasi verdoppelt. Enttäuscht waren wir von der Tatsache, dass der DDR2 Speicher mit maximal 667 MHz läuft, obwohl der Chipsatz einen FSB von 800 MHz unterstützt.
Für diejenigen, die unter Vista mehr Performance erwünschen, hat AOpen insgesamt zwei Mini-PCI-Express Slots integriert. Einer ist für eine Erweiterungskarte wie WLan oder TV-Tuner gedacht, der andere für ein Robson Modul (TurboMemory), um den Bootvorgang und Programmstart unter Windows Vista zu optimieren. Allerdings können wir gleich sagen: TurboMemory kann man auf dem freien Markt nicht kaufen. Selbst Intel weigerte sich stets ein Modul für den Test rauszurücken, und AOpen hat selbst keine. Wie Intel mitteilte, sind Robson Module ausschließlich für die großen OEMs und Notebookhersteller bestimmt. Zudem ist zu sagen, dass TurboMemory kaum etwas zu bringen scheint, wie viele Tests anderer großer Printmedien bestätigen. Besser man investiert sein Geld in mehr Speicher und hat dafür sogar zwei Mini-PCI-Express Slots frei, die man einmal für das WLan Modul und einmal für das TV-Modul verwendet... Vollausstattung versteht sich.

Mit dem neuen Intel 965GM Chipsatz werden im AOpen MiniPC MP965 ausschließlich die neuen Intel Mobilprozessoren mit Merom Kern für Sockel P (478 Pins) unterstützt. Somit ist das System nicht abwärtskompatibel zu Sockel M Prozessoren (479 Kontakte, Core Solo, Core Duo, Core 2 Duo). Merom Core 2 Duo Prozessoren gibt es mit einem FSB von 667 MHz und 800 MHz, mit 2 oder 4 MB Cache und Taktfrequenzen von 1,5 bis 2,6 GHz. Die neuen Merom Prozessoren sind derzeit insofern sehr interessant, weil sie günstiger als die Vorgängermodelle sind und nochmals an Leistung zugelegt haben. Der maximale Stromverbrauch liegt bei 34W TDP für den Prozessor, es gibt aber auch Low Voltage Versionen (L7xxx Serie) die nur 17W maximal Verbrauchen. Um Strom zu sparen, reduzieren die Core 2 Prozessoren durch die Technik Enhanced Speedstep ihren Kerntakt und die Spannung, die weitaus billigeren Celeron M aus der 5xx Serie haben diese Technik aber nicht.
Sehr interessant ist die Tatsache, dass im AOpen Mini-PC auch Intel Core Extreme Mobilprozessoren eingebaut werden können. Intel stellte für den Test ein Muster zur Verfügung und war eigentlich überrascht, dass ein 965GM Chipsatz auch Core Extreme Prozessoren unterstützt, normalerweise funktionieren diese nur mit einem 965PM. AOpen selbst hatte noch keinen Test mit dieser CPU durchgeführt und war deshalb etwas besorgt, dass das Kühlsystem nicht ausreichen würde. Der Test mit dem Core Extreme Prozessor verlief aber ohne Probleme, man merkt aber dass der Lüfter etwas mehr Arbeiten muss. Der Vorteil eines X7800 mit 2,6 GHz ist, dass der Multiplikator frei gewählt werden kann. Und tatsächlich wird mit diesem Prozessor ein spezielles Menu im Bios angezeigt, dass man sonst nicht sieht. Schade nur, dass sich der Multiplikator nur nach unten verändern lässt und wir das System nicht übertakten konnten (X7800 lassen sich bis zu 3,6 GHz übertakten). Letztendlich müssen wir sagen, dass ein Core Extreme Prozessor kein Vorteil ausmacht und für den AOpen Mini-PC einfach zu teuer ist.
Der Intel Crestline 965GM Chipsatz ist neben den neuen Core 2 Duo Prozessoren der zweitwichtigste Bestandteil der Santa Rosa Plattform. Er Unterstützt eigentlich einen FSB von 800 MHz, kann aber auch mit 667 MHz betrieben werden, wenn Celeron M Prozessoren eingebaut werden. Die neue Technik Dynamic Front Side Bus Switching ermöglicht ein Herabsetzen des FSB sowohl von Chipsatz als auch CPU von 800 MHz dynamisch auf 400 MHz, scheint aber im AOpen MiniPC nicht zu greifen, da wir nur Enhanced Speedstep feststellen konnten. Damit verbraucht das System etwas mehr Strom, als eigentlich möglich wäre. Der Chipsatz beinhaltet den Intel GMA X3100 Grafikprozessor, der nun erstmals volle Unterstützung für das Shader Model 4 aufweist und dementsprechend auch DirectX 10 fähig ist. Wegen noch nicht ausgereiften Treibern wird das Potential des neuen Chips noch nicht ausgeschöpft. Trotzdem setzt er einen weiteren Schritt in Richtung 3D Unterstützung und die Performance ist deutlich höher als bei Vorgängermodellen, auch wenn man ihn nicht als Gamer-Grafikchip ansehen darf.

Das Kühlsystem ist seit dem AOpen miniPC Duo MP945 mehr oder weniger gleich geblieben, nur dass jetzt die Grundplatte aus Aluminium ist und nicht mehr aus Kupfer. Vermutlich hat das einen wirtschaftlichen Hintergrund. Der Geräuschpegel hat sich leider seit dem letzten Modell nicht verbessert. Der Mini-PC ist zwar grundsätzlich eher leise, aber den Lüfter hört man trotzdem mit 37 dBA immer noch ausreichend. Wir können hier AOpen auch dieses mal nur empfehlen, den Kühler zu optimieren und einen größeren, aber dafür langsamer drehenden Lüfter einzubauen, der leiser ist. Denn der Lynx Silent PC z.B. hängt den AOpen Mini-PC immer noch um Meilen ab, wenn es um die Geräuschkulisse geht. Und auch der Mac mini ist leiser, das darf AOpen nicht auf sich sitzen lassen. Denn wenn es um Anwendungen wie Wohnzimmer-PC geht, da darf ein Lüfter nicht den Genussfaktor an einem schönen Videoabend verderben.
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