

Das AOpen nMCP68St-LA Mainboard hat wenige Erweiterungen, auch weil der CPU-Sockel mit der Kühlerhalterung viel Platz weg nimmt. Entsprechend ist es auf beiden Seiten mit Komponenten bestückt. Auf dem ersten Blick enttäuscht dieses AOpen Mainboard, weil moderne Schnittstellen wie DVI oder HDMI fehlen, ein PCI-Express Slot ist ebenfalls nicht vorhanden. Die Erwartung unsererseits war wegen der Kombination AMD Athlon CPU und nVidia Chipsatz deutlich höher. Man merkt einfach, dass dieses System trotz Retail-Paket nicht nur für Endkunden, sondern auch für die Industrie entwickelt wurde.

Der größte Schlag ins Gesicht ist tatsächlich, dass diesem Mainboard ein DVI-Ausgang fehlt und nur ein analoger D-SUB vorhanden ist. Wer braucht heute noch einen D-SUB Anschluss, wenn nur noch TFT-Bildschirme verkauft werden. Es gibt kaum noch einen Grund, weshalb man als Endkunde durch den D-SUB VGA-Ausgang eine schlechtere Bildqualität in Kauf nehmen sollte. Denn wenn jemand überhaupt noch einen analogen Bildschirm hätte, dann könnte er bei einem DVI-Anschluss einen Adapter verwenden. Für manch einem Kunden wäre dies ein K.O. Kriterium. Ein HDMI Anschluss fehlt genauso, obwohl die Lötstellen schon vorhanden wären. Auf Anfrage, warum sich AOpen einen solchen Fehler leistet, teilte man uns nur mit, dass es bald wohl eine erweitere Version geben werde. Allerdings soll die derzeit aktuelle Version auch weiterhin am Markt bleiben.
Weitere Schnittstellen sind zwei PS/2 Ausgänge für Maus und Tastatur, 4x USB 2.0, der Gbit LAN, ein serieller Port und die Audio-Schnittstellen. Diese ermöglichen einen 7.1 Surround Sound sowie die Verbindung digitaler Endgeräte mittels optischem Glasfaserkabel, allerdings werden entsprechende Adapter nicht mitgeliefert.
Die Stromversorgung erfolgt durch ein externes Netzteil (ähnlich wie Notebooks), das von AOpen mitgeliefert wird. Das Netzteil hat eine Ausgangsspannung von 19V und eine maximale Leistung von 135 Watt, das selbst für AMD's 89 Watt CPUs (AOpen führt nur 65W CPUs in der Kompatibilitätsliste an) inkl. Festplatte und DVD-Laufwerk ausreicht. Die Festplatte und das DVD-Laufwerk werden dabei direkt vom Mainboard aus über einen Molex Anschluss mit Strom versorgt. Kabeladapter liegen bei. Insgesamt können 2x S-ATA und 2x P-ATA Laufwerke angeschlossen werden.
Als Arbeitsspeicher kommen hier nicht Desktop-, sondern Notebook-Module zum Einsatz. Obwohl AOpen in den Spezifikationen nur SO-DDR2-667 Speicher angibt (der mit 166 MHz getaktet ist), funktionieren auch SO-DDR2-800 Module mit vollen 200 MHz Geschwindigkeit. Dies ist natürlich für die gesamte Performance des Systems vorteilhaft. Es lohnt sich also, etwas bessere Module einzusetzen. Verwendet man zwei Speicherriegel gleichzeitig, wird zudem die Technik DualChannel aktiviert, durch die sich die Bandbreite fast verdoppelt. Die Speicherverwaltung erfolgt nicht über den Chipsatz, sondern direkt über die AMD Prozessoren. Als Erweiterungsslot gibt es nur einen normalen PCI.

Die hier eingesetzten CPUs sind Desktop Prozessoren von AMD aus der Serie Athlon 64 X2, Athlon X2 und die günstigen Sempron's. Beim Athlon 64 X2 und Athlon X2 handelt es sich dabei um Zweikernprozessoren, die besonders bei Multitasking (das gleichzeitige Ausführen von verschiedenen Programmen) von Vorteil sind. Beide Prozessoren sind fast identisch, der Athlon X2 ist nur die neue Bezeichnung, seit AMD den Vierkernprozessor Phenom eingeführt hat. Von der Leistung her erreicht das System allerdings nicht das Niveau eines Intel Mainboards.
AOpen schränkt die CPU-Auswahl etwas ein, da angeblich nur Prozessoren mit einem maximalen Stromverbrauch von 65 Watt eingesetzt werden können. Beim Athlon 64 X2 ist es daher wichtig, dass man die EE Modelle kauft, sollte es sich noch um einen Windsor (Codenamen) Kern handeln. Denn die normalen AMD Athlon 64 X2 mit Windsor Kern haben einen Verbrauch von 89W. Ist hingegen schon der neue Brisbane (Codenamen) vorhanden, dann verbraucht die CPU sowieso nur noch 65 Watt.
Entgegen dem, was AOpen sagt, haben wir in unserem Test einen Athlon 64 X2 Windsor mit 89W TDP verwendet, der keinesfalls das System oder das Netzteil überforderte, sondern sogar ziemlich stromsparend war. Daher kann man völlig entspannt auch ältere CPUs einsetzen, solange dessen Stromverbrauch nicht über 100 Watt TDP liegt. Wer gleich die neuen Athlon X2 Modelle (mit BE als Produktbezeichnung) verwendet, spart nochmals einiges an Strom, denn diese haben nur noch einen TDP von 45 Watt. Alle Athlon Prozessoren sparen aber auch dadurch Strom, dass sie die Technik Cool'n'Quiet enthalten. Diese senkt im Leerlauf die Kernspannung und den CPU Takt auf 1000 MHz.
Aus Neugier haben wir im Support von AOpen gefragt, ob denn wohl die neuen AMD Phenom Vierkernprozessoren auch funktionieren, da diese eigentlich auf dem baugleichen AM2+ Sockel basieren. Dr.Open hinterließ nur die Information, dass sie wegen des höheren Stromverbrauchs nicht gehen. Doch wenn die Athlon 64 Prozessoren mit 89W funktionieren, dann könnte es der Phenom vielleicht auch, so wie es bei vielen anderen Desktop-Mainboards der Fall ist. Und vielleicht funktionieren auch die Opteron Serverprozessoren für Sockel AM2.
Mit dem nVidia GeForce 7025 (nForce 630a) setzt AOpen einen für Mini-ITX Mainboards kaum verwendeten Chipsatz ein. Bisher wurde etwas ähnliches nur im Albatron KI51PV-754 Mini-ITX Mainboard verwendet. Über den Chip selbst gibt es im Netz kaum Informationen, er gilt aber als das Gegenstück zu AMD/ATIs 690 Chipsatz. Im nVidia Chip ist eine GeForce 7025 Grafik enthalten. Diese ist zwar Windows Vista kompatibel, aber unterstützt noch kein DirectX 10. Von der Leistung her darf man sich kein Vergleich mit einer normalen GeForce 7 Grafikkarte erwarten, auch gegen den AMD/ATI Chip schneidetet die nVidia Grafik etwas schlechter ab, zumindest bei DirectX Anwendungen (meistens Spiele). Bei OpenGL Anwendungen (CAD/CAM) hingegen hängt er die Konkurrenz ab.
Für die Kühlung des Prozessors kann jeder Benutzer selbst entscheiden, welchen CPU-Kühler er verwenden möchte, da AOpen keinen mitliefert. Dem Kunden ist damit überlassen, ob er den Standard AMD Kühler aus den Boxed Prozessorern verwendet oder ein besonders leises Modell eines Kühlerspezialisten erwirbt. Wegen der im Mainboard fehlenden Lüfterteuerung empfehlen wir, ein besonders leises Modell zu kaufen.
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