
Das neue Mac OS X 10.4 für Intel Core Prozessoren hat uns besonders wegen der hohen Geschwindigkeit überzeugt. Als Windows Benutzer muss man sich natürlich umstellen, doch dies ist in kürzester Zeit getan. Das System lief wirklich problemlos. Überordentlich schnell ist der Standbymodus, der in weniger als 1 Sekunde aktiv wird.
Beim Mac mini wird das Software Paket iLive 06 direkt mitgeliefert, welches auch für die neuen Intel Core Prozessoren optimiert ist und daher sehr schnell arbeitet. Es beinhaltet eine einfache Videoschnitts- und DVD Authoring Software, beide unterstützen Mpeg 2, Mpeg 4 und das neue H.264 Format. iTunes (Intel Core kompatible) ist schon installiert.

Am Dashboard kann man sogenanne Widgets - sprich kleine Helferlein - ablegen. Weitere Software ist im Finder unter Programme zu finden, unter anderem auch eine Testversion des neuen Microsoft Office 2004 für Mac. Die meisten hier bereits installierten Programme sind Universal und damit kompatibel zu den neuen Intel Prozessoren. Programme wie Adobe Photoshop, Illustrator, Indesign oder weitere noch nicht für Intel x86 umgestellte Software müssen mit dem Emulator (Befehlsumsetzer) Rosetta gestartet werden. Wer viele alte Grafikprogramme verwendet, sollte mit mit dem Kauf neuer Apple System noch warten, da die Leistung deutlich unter der des alten G4 Modells liegt.
Als letztes sehr interessantes Tool hat Apple eine Media Center Software integriert: Front Row wird mit der mitgelieferten Apple Infrarot Fernbedienung eingeschaltet. Man kann darin DVDs ansehen, Filmdateien vom eigenen Mac mini abspielen, eine Foto Slideshow ablaufen lassen und natürlich Musik anhören, so wie man es z.B. vom Apple iPod gewohnt ist. Titel werden hier nach Alben, Interpreten oder Genres sortiert. Ein TV-Tuner, der über USB angeschlossen wird, kann allerdings nicht mit der Fernbedienung gesteuert werden.
Technische Prüfung - Audio - USB 2.0, Firewire - LAN, WLan |
OK OK, OK OK, OK | Grafik - 3D Beschleunigung - Video Out: VGA, Composite, S-VHS - Dual Head |
OK nur mit zusätzlichen Adapter k.A. nur mit zusätzlichen Adapter | Stromsparfunktionen - Standby (S3 STR) - Ruhezustand (S4 STD) - Verminderung der CPU Frequenz |
OK OK k.A., sollte aber funktionieren |

Bootloader nicht möglich, Windows XP auf den neuen Intel Macs zu installieren. Erst das neue Windows Vista 64bit Edition wird EFI unterstützen, wie Microsoft bekanntgab. Doch Apple selbst hat nun ein Tool namens Boot Camp entwickelt, welches den Benutzer Schritt für Schritt durch die Installation begleitet, und unterstützt damit aktiv die Verwendung von Windows XP Service Pack 2 auf einem Apple PC.
Der erste Schritt ist, dass man Mac OS X mit dem Online-Updater aktualisiert. Auch die Firmware des Apple Mac Mini muss geupdatet werden. Danach wird Boot Camp gestartet und leitet den Benutzer durch die Installation durch, eine Treiber-CD wird auch erstellt. Sobald die Partition für Windows eingerichtet wird, kann man den Mac mini neu starten. Beim Booten hält man die Alt Taste gedrückt, wählt die Windows CD im Boot Manager aus und dann installiert sich das Microsoft Betriebssystem wie gewohnt. Nur nach einem Neustart, der von der Windows Installation gefordert wird, bleibt das System hängen. Der PC muss einfach ausgeschaltet und neu gestartet werden, danach geht die Installation weiter. Die vorher angelegte Treiber-Cd kann dann geladen werden, sodass Windows flüssig, schnell und leistungsstark läuft, bei 3D Anwendungen ist die OpenGL 3D Beschleunigung sogar deutlich schneller als auf Mac OS X selbst. Trotz Beta Status ist die Software sehr gut und ausgereift.
Technische Prüfung - Audio - USB 2.0, Firewire - LAN, WLan |
OK OK, OK OK, OK | Grafik - 3D Beschleunigung |
OK | Stromsparfunktionen - Standby (S3 STR) - Ruhezustand (S4 STD) - Verminderung der CPU Frequenz |
OK OK, nach Booten muss Partition gewählt werden OK |

Q ist eine Virtualisierungssoftware wie Virtual-PC von Microsoft, allerdings Open Source und bereits funktionierend unter den neuen Intel Core Apple Systeme. Q richtet auf der Festplatte spezielle Images ein, die dann von den gehosteten Betriebssystemen verwendet werden können. Mit einigen Linux Systemen scheint die Software gut zu funktionieren, bei Windows XP hatte Q leider Probleme. Manchmal erkannte das Windows Installationstool z.B. nicht die eingerichtete Partition, irgendwann ging es dann. Daraufhin stürzte die Installation ab, da es Probleme mit den Windows Keys und Signaturen gibt. Manche behaupten, dass Corporate Editionen von Windows XP problemlos funktionieren. Allerdings sind diese nur schwer zu finden und meist nur auf illegalem Wege erhältlich (z.B. Download). Apple selbst meinte, man sollte Windows mit Q auf einem alten Mac mini mit G4 Prozessor installieren und dann das gesamte Image übertragen. Der Aufwand lohnt sich aber nicht. Für Linux Betriebssysteme, BeOs usw. kann die Software eingesetzt werden.

Auch Parallels Workstation 2.1 ist eine Virtualisierungssoftware wie Virtual-PC oder Q, allerdings funktioniert diese bereits sehr gut, obwohl es sich auch hier nur um eine Beta handelt. Parallels Workstation ist kinderleicht zu bedienen und emuliert nicht einen kompletten PC mit CPU, sondern setzt Befehle einfach direkt um, wodurch die Performance sehr sehr hoch ist. Windows XP lief damit einwandfrei und sehr schnell, auch bei der Installation hatten wir keinerlei Probleme. Die 2D Performance war wirklich sehr überzeugend, Direct 3D oder OpenGL unterstützt der Parallels Grafiktreiber noch nicht. Um auf eine CD zugreifen zu können, muss diese im Parallels Workstation Fenster connected werden. Soll Mac OS X auf die CD zugreifen und auch auswerfen, muss man diese zuerst disconnecten.
Für ca. 45 EUR wird die Virtualisierungssoftware angeboten werden, die Demo Version läuft 30 Tage in vollem Funktionsumfang und kann von der Parallels Homepage heruntergeladen werden.
Unsere Versuche, Suse Linux 10.0 oder das neue Fedora Core 5 (wird für die neuen Apple PCs zertifiziert) zu installieren, scheiterten. Zwar war es uns möglich, die Installation problemlos inklusiver graphischer Oberfläche und Partitionsanpassung durchzuführen, allerdings konnte der Bootloader danach nicht gestartet werden, obwohl EFI erkannt und als kompatibel angezeigt wurde. Dadurch war die Inbetriebnahme von Linux auf dem Mac mini nicht möglich, auch dann nicht, wenn wir die gesamte Festplatte komplett gelöscht und neu partitioniert hatten, sprich ohne EFI Unterstützung. Gegebenfalls findet man brauchbare Informationen auf dieser Wiki Seite:
http://wiki.onmac.net/index.php/Triple_Boot_via_BootCamp
Mit Parallels Workstation 2.1 konnten wir auch Suse Linux 10.0 zum laufen bringen. Außer der 3D Unterstützung wegen dem fehlenden 3D-Grafiktreiber lief mehr oder weniger alles einwandfrei. Ein kleines Problem hatten wir mit der Auflösung, denn Sax2 wollte nicht mehr als 800 x 600 Pixeln akzeptieren. Höhere Auflösungen müssen manuell in der Datei sax2.conf eingetragen und damit erzwungen werden.
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