Biostar ist ein weiterer der großen Mini-Barebone Hersteller. Ok zugegeben, nur Biostar, AOpen und Shuttle sind mehr oder weniger übrig geblieben. Biostar hat sich - ähnlich wie Shuttle - fast nur noch auf Mini-Barebones spezialisiert, allerdings werden normale Mainboards und Grafikkarten auch noch angeboten. Die Palette der Biostar iDeq Mini-Barebones reicht vom Entry Level Modell bis zum High-End Modell aus der 300 Serie, ein MediaCenter kompatibles Gerät (iDeq 300G MCE) gibt es auch. Aufgrund der sinkenden Preise bei Notebooks hat sich Biostar nun entschlossen, günstigere Barebones anzubieten. Die beiden Mitbewerber Shuttle und Aopen hingegen halten eher höhere Preise, manche sind schon richtig exorbitant hoch und erreichen fast Notebookregionen. Deshalb ist die größte Herausforderung bei Biostar zur Zeit, hohe Qualität und gute Ergonomie zu einem günstigen Preis anzubieten.

Die bereits am Markt erhältlichen Barebone Systeme aus der iDeq 300 Serie bleiben auch weiterhin die Top-Modelle im Mainstream und High-End Segment. Der iDeq 330G ist mit dem Intel 915 Chipsatz ausgestattet, während der blaue iDeq 350G bereits für Intel Pentium D Dualcore Prozessoren konzipiert ist. Schon seit längerem bekannt ist auch der iDeq 330P für AMD Prozessoren mit Sockel 939, während der iDeq 330N eher ein neueres Modell ist, welches im Winter vorgestellt wurde. Dieser dürfte interessant sein, da es der erste Barebone mit nVidia GeForce 6100 + nForce 410 Chipsatz ist. Die nVidia integrierte Grafik verspricht schon einmal ordentlich viel Leistung. Allerdings ist es noch unklar, ob diese Limited Edition auch in Zukunft erhältlich sein wird.

Alle Modelle aus der 300-Serie besitzen an sich das gleiche Chassis, nur die Front und die Abdeckungen sind individuell. Auch das Kühlsystem und die Mainboardform ist beinahe identisch. Besonders hilfreich ist das sehr einfache Montagesystem bei diesen Systemen.

Für die neuen Consumer Produkte aus der 1-Serie verwendet Biostar bereits bewährte Gehäuse, allerdings werden hier nicht nur Stärken, sondern auch deren Schwächen übernommen. Das F1 Modell ist für AMDs neuen Sockel AM2 gedacht, besitzt einen GeForce 6100 mit nForce 410 Chipsatz und soll voraussichtlich Ende Sommer auf den Markt kommen. Bis dahin hat AMD auch hoffentlich die neuen Prozessoren fertig. Beim ausgestellten Modell handelte es sich allerdings nur um ein Dummy, das AM2 Board war noch nicht fertig. Das N1 verwendet den gleichen Chipsatz, wird jedoch die günstigeren Sockel 754 Prozessoren von AMD aufnehmen können, vielleicht lassen sich darin sogar Turion 64 Prozessoren einbauen. Das Modell M1 und C1 ist von den Spezifikationen fast gleich: beide verwenden einen Via P4M800 Chipsatz für Intel Pentium 4 Prozessoren mit Sockel LGA775, das C1 Modell unterstützt allerdings nur einen FSB von 800MHz und AGP, während der iDeq M1 mit PCI-Express und 1066MHz FSB ausgestattet ist.
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Auch im Bereich der Entertainment PCs versucht sich Biostar. Der iDeq Blade ist für Sockel 775 Konzipiert und besitzt bereits den neuen Intel 945 Chipsatz. Auf einer Intel Viiv Zertifizierung hat man weitestgehend verzichtet, da gewisse Intel Vorgaben für das Biostar Konzept einfach nicht in Frage kamen. Der ePC iDeq Blade soll dann im Sommer als OEM Produkt an Vertriebspartner gegeben werden, die das System dann ausstatten und als Komplettsystem an den Endkunden weiterverkaufen. Eine Version mit AMDs neuen Sockel AM2, nVidia nV6150 Chipsatz soll Ende Sommer auch vorgestellt werden. Auf der Frage hin, ob sich AMDs Sockel AM2 wirklich lohne, sagte man uns, dass man mehr vertrauen in AMDs Lösung habe, zumal AMD gewisse thermischen Probleme einfach besser im Griff habe. Biostar kündigte auch an, dass gegebenfalls eine Version des ePC mit mobiler Technologie vielleicht auch noch kommen könnte... vielleicht entscheidet sich biostar auch hier für eine AMD Turion64 oder Mobile Sempron Lösung. Ein weiteres Modell war am Stand auch zu sehen: der ArkPlus 2 basiert auf dem Via C3 Prozessor und ist als Settop Box für Netzwerk und IP-Dienste zu sehen.
Der Druck auf Biostar scheint nicht klein zu sein. Zwar sind die Verkaufszahlen für Mainboards gut und mit der Mini-Barebone Sparte konnte man auch etwas verdienen, allerdings muss Biostar wohl zusehen, wie man weiterhin konkurrenzfähig bleibt und ob die Idee der günstigeren Preise wirklich aufgeht. An sich empfehlen wir Biostar eine wirklich gute Produktpalette zu entwickeln, die mit den neueren Produkten von Shuttle und Aopen auch mithalten kann. Dazu ist es - unserer Meinung nach - besonders nötig, dass die Produkte auch ein einheitlich und durchdachtes Design aufweisen. Immerhin hat es Biostar ja bereits geschafft, ein wirklich ausgeklügeltes Konzept für den Innenaufbau zu entwickeln, es wäre sehr schade wenn es dabei bleibe. An sich genügt ja nur ein kleinerer bzw. größerer Feinschliff für das äußerliche Aussehen.
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