Eines der großen Highlight der Messe fanden wir eher zufällig und über Umwege. Vor einiger Zeit hatten wir die News eines Distributors bekommen, der über einen ClientPC in Steckdosenformat berichtete. Beim Bummel über den IBM-Stand entdeckten wir eine Abteilung, die genau für dieses Produkt Perieferielösungen anbot und den Winzling in einem Plexiglasgehäuse zeigte. Nach einem langen Gespräch mit gutgelaunten IBM-Mitarbeitern wurden wir weiterverwiesen. In Halle 3 stellte die Firma ChipPC in einem relativ unspektakulären Messeauftritt ihr Produkt in verschiedenen Ausführungen vor.

Das Konzept "Flex-Jack" beruht auf einer einheitlichen Hinterbaudose, in die verschiedene Jack-Module eingesetzt und bei Bedarf ohne Aufwand ausgetauscht werden können. Es können also verschiedenste Räume ausgerüstet werden und die Nutzung flexibel angepasst werden. Zu bekommen ist neben dem JackPC ebenfalls ein Lan-Jack oder ein Blank-Panel, falls die Dose aktuell nicht genutzt werden soll. Die Lan-Jacks gibt es unter anderem als 1er oder 4er Lan-Dose oder gar als Wlan-Komponente um einen Lokalen Hotspot zu errichten.
Das wichtigste Bauteil ist aber der JackPC, der als vollwertiger Client über Power-over-Lan betrieben wird und in etwa nur 5 Watt verbraucht. Eine externe Stromversorgung ist mittels Netzteil auch möglich. Ausgestattet mit 4 USB-, Audio-Out /–In- und MIC-Anschluß und einem DVI- oder Analog-Anschluß, lässt sich eine vollwertiger Arbeitsplatz ausrüsten. Als Betriebssystem kommt Windows CE zum Einsatz. Über einen zentralen Server können Profile und Daten gesichert werden. Als einfachste Einsatzmöglichkeit wurden Großraumbüros genannt, die administrative Arbeit einsparen wollen. Nach eigenen Angaben kam es aber auch schon zu Gesprächen mit Hotelbesitzern, die eine Verwendung in Gästezimmer überlegen. Der Einsatzort ist aber auf keine Weise festgelegt, zudem schlägt der Stromverbrauch und die geringe Baugröße jeden aktuellen PC um Längen. Auch für den normalen Endkunden könnte der JackPC durchwegs interessant sein, z.B. als Media Streaming Client. Als Endkundenpreis wurden auf der CeBIT je nach Ausstattung 299,- bis 499,-€ genannt, die für Einzelabnahme gelten.
Das Konzept lässt unendlich viel Spielraum für phantasievolle Verwendungen, da gar nicht anzusehen ist, wohin sich dieses Konzept entwickeln wird. Weder an Ästhetik noch an Nutzbarkeit gibt es etwas grundsätzlich etwas auszusetzen. Es wird allerdings spannend, in wie weit sich das Gerät mit Patenten von Nachahmern schützen lässt. Zur Überprüfung von Leistung und Handling des Gerätes hoffen wir auf einen Test.
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