Vorsichtig war die zuständige Person für Marketing mit den eigenen Aussagen... bei Via hat man mittlerweile gelernt, dass man nicht mehr voreilig neue Produkte ankündigen kann, die dann Jahre lang nicht verfügbar sind (z.B. das kleine Nano-ITX). Letztendlich nannte man uns auch einige Schwierigkeiten, die bei Via gerade auftreten: die EU verbietet ab 1. Juli 2006 den Verkauf von Produkten, die nicht bleifrei sind. Aus diesem Grund mustert Via gerade die alte Produktpalette aus, stellt die neuen Mini-ITX Mainboards gerade um und soll dann ab Sommer so richtig mit der Massenproduktion losstarten.

Das interessanteste am Via Stand waren sicherlich die neuen Mini-ITX Mainbooards mit dem Via C7 Prozessor der zusammen mit dem hauseigenen Via CN700 Chipsatz angeboten wird. Das Modell Epia CN dürfte sich mehr an die Industrie orientieren, während das EN Mainboard sowohl für die Industrie als auch für den Endanwender konzipiert wurde, da es z.B. auch einen HDTV beinhaltet. Beide Modelle wird es allerdings - wegen der Umstellung auf bleifreier Produktion - erst ab Sommer in Stückzahlen geben. Das EN soll bis Ende Frühjahr in Form eines StarterKits für die Industrie bereits erhältlich sein, sozusagen ein Development Board mit dem man vor Markteinführung die Features testen kann. Konkret heist das letztendlich: Endanwender müssen noch bis Sommer auf die neue Produktion warten, die Industrie kann auf Bestellung in Stückzahlen bereits jetzt die beiden Modellen erhalten.
Das neue Via Epia EK ist auch mehr für die Industrie gedacht. In Stückzahlen kann ausschließlich die Industrie bereits jetzt bestellen. An den Einzelhandel wird es vermutlich niemals gehen, und wenn dann erst ab Sommer 2005. Der Luke Corefusion beinhaltet den Via Eden ESP und den CN400 Chipsatz in einem Aluminium-Package. Das ermöglicht eine einfachere Produktion, die sich in Form von günstigeren Verkaufspreisen niederschlägt.
Bei der lang erwarteten Via Nano-ITX Serie sprach dieses mal Via auch klar: das Epia N wird es für den Endanwender nicht geben. Ob es jemals auf dem Markt als Retailware kommen wird, ist absolut unklar. Erst die Anfrage wird darüber bestimmen, ob es dann auch erhältlich sein wird. Für Businesskunden aus der Industrie fertigt und liefert Via das Epia NL mit dem Via Corefusion bereits aus, allerdings wiederum nur auf Bestellung und größeren Stückzahlen. Das NL wird zur Zeit am meistens bestellt, da es kein Backpanel mit den Standardanschlüssen besitzt und deshalb in der Industrie besser in Kundenprojekte eingesetzt werden kann.

Eine ganze Reihe an neuen Notebooks mit Via C7-M Prozessor wurden am Stand vorgestellt. Letztes Jahr waren hier noch Modelle mit C3 Prozessor zu sehen, allerdings konnten sich die Modelle damals nur kaum verkaufen. Jetzt bieten mehrere namhaften Hersteller wie NEC, Packard Bell, Medion und Twinhead Modelle mit Via C7-M an. Bei Twinhead hatten wir schonmal danach gefragt, doch man sagte uns, der europäische Markt sei dafür nicht bereit. Nun wissen wir aber, dass es schon Modelle mit deutschem Bios und deutscher Tastatur gibt: d.h. Via und die Partner bereiten sich auf einem großen Launch hier in Europa vor. Der Via C7-M ist von der Leistung in etwa mit einem Intel Celeron M zu vergleichen, verbraucht aber viel weniger Strom und ist auch günstiger im Einkauf. Die Preise für solche Thin & Light Notebooks dürften sich zwischen die 600 und 800 EUR Straßenpreis ansiedeln. Und Modelle mit 2GHz C7-M Prozessor sind auch wirklich etwas aussagekräftigeres, zumindest für den Endkunden.
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Auch mit Via C7 Prozessoren lassen sich Origamis machen, sogenannte Ultra Mobile PCs. Ein erstes sehr schönes Modell wurde von Mobile Electronics vorgestellt. Hier war ein Via VX700 Chipsatz mit der ULV Version des C7-M verbaut.
Bei der pc-1 Initiative, dessen Sinn es ist günstige Computer für 3. Welt Länder herzustellen, ist Via eine Partnerschaft mit Gigabyte eingegangen. Gigabyte ist der Hersteller des Mini-Clients mit Via C7 Prozessor und steigt somit ebenfalls im Mini-ITX Markt ein. Ein Gigabyte Testmuster war auch am Gigabyte Stand zu sehen.
Viele kennen sicher das Via Epia DP Mini-ITX Mainboard: letztes Jahr zeigte Via ein Muster auf der CeBIT. Es war ein Mini-ITX Mainboard mit zwei C3 Prosessoren, also ein Dualprozessor System. Das DP wird ebenfalls in Europa nicht erhältlich sein, da es für den asiatischen Markt konzipiert wurde.
Doch im Gespräch mit Via sagte man uns dann auf einmal etwas sehr interessantes: "Der C7 ist multiprozessor-fähig! Könntet Ihr Euch z.B. ein Via Epia Mainboard mit vier (4) C7 Prozessoren vorstellen....?" Wir staunten, denn der C7 ist nicht nur multiprozessor-fähig, sondern auch dualcore-fähig, wie auf der Via Pressekonferenz angekündigt wurde. Im Extremfall hieße es, dass man sich durchaus vorstellen könnte, ein Mini-ITX Mainboard mit 4 Dualcore C7 Prozessoren mit je 1,5-2GHz zu entwickeln... das entspräche dann einem System mit insgesamt 8 physischen Prozessoren mit einer Leistung von 10-16GHz... und das auf einem Mini-Board in der Größe von 17x17 cm, das wenig Strom verbraucht und sich zudem einfach kühlen lässt. Nun ging unser Gedanke kurz weiter: was ist eigentlich, wenn dieses Konzept z.B. bei Notebooks umgesetzt wird?
Die Zurückhaltung von Via gegenüber Ankündigungen und Releasedaten finden wir positiv. Somit wird verhindert, dass die mittlerweile sehr große Via Epia Fangemeinde sich weiter darüber ärgert. Natürlich ist es traurig, wenn nun klare Fakten sagen, dass gewisse Produkte nicht mehr geliefert werden bzw. erst zu einem sehr späten Zeitpunkt im Reteilmarkt erhältlich sind, sobald Via die Massenproduktion umgestellt hat.
Der Via C7 ist auf jeden Fall schonmal sehr vielversprechend, und der Einsatz als Multiprozessor- und Dualcore CPUs in Mini-ITX Systemen und Notebooks dürfte die wohl interessanteste Spekulation dieser CeBIT sein.
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