So wie bei Intel haben wir auch bei AMD darauf verzichtet, alle Details zu kommenden Prozessoren zu erfahren. Interessanter waren für uns mobile Prozessoren, der von AMD vor kurzem angekündigte neue DTX-Formfaktor und der OLPC, der durch die Kooperation von AMD möglich wurde. Neben einem kurzen Gespräch mit dem deutschen Pressesprecher Stephan Schwolow, haben wir uns ausführlich mit Deryl Sartain aus USA und Ron Myers unterhalten. Durch DTX hat nun auch AMD den Weg zu kleineren PCs eingeschlagen, die formschön und leise, trotzdem leistungsstark aber doch stromsparend sind. Und durch die Übernahme vom Grafikhersteller ATI ergeben sich ganz neue Möglichkeiten im Bereich der integrierten Grafik.
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Während sich Intel mit kommenden QuadCore CPUs eher zurückhält, prescht AMD so richtig voran und hat mit Barcelona (Opteron für Server) und Agenda (Athlon 64 für Desktop) zwei native QuadCore Prozessoren in der Roadmap. Nativ insofern, weil AMD vier Kerne in einem Gang produziert, Intel hingegen eine hybride Lösung plant, bei der zwei Dual-Core Prozessoren auf dem Träger zusammen arbeiten sollen. Am Anfang wird der Opteron für den Servermarkt diesen Wechsel erfahren, hier sind dann auch neue Sockel nötig. Danach folgt die Desktop Variante Agenda (mit 65 und 45W Stromverbrauch), und sehr wahrscheinlich dann auch noch ein mobiles Modell. Ab 2008 soll dann eine neue Technologie Fusion geplant sein.
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Der neue Quad-Core Opteron wird signifikant im Kern optimiert, DDR2 Speicher unterstützen und für jeden einzelnen CPU-Kern einen L1 und L2 Cache aufweisen. Und während Intel's hybride Quad-Core Lösung mehrere Flaschenhälse beim Datenbus aufweist, hat jeder Opteron Kern seinen eigenen, wodurch ein Performance-Vorteil von bis zu 80% pro Kern auf optimierte Anwendungen zu erwartenist. 3 Hypertransport Links ermöglichen einen Datenfluss von 24 GB/s pro CPU-Kern.
Ähnlich sieht die Technik beim kommenden Destkop Prozessor Agenda aus. Vier native Kerne auf einem Prozessor, alle vier mit eigenem L1 und L2 Cache und mit direktem Anschluss an den Speicherkontroller. Und schon sind zukünftige Varianten mit sogar 8 Kernen geplant. Und auf Quad FX Systemen (2-Sockel-Systeme mit insgesamt zwei Prozessoren und jeweils 4 Kerne) sind schon bald 8 CPU's in einem System möglich.
Unter dem Namen Accelerated Computing wird das Thema CoProzessor wieder groß geschrieben. Mit Torrenza wird man in Zukunft in einem speziellen HTX Slot einen CoProzessor integrieren können, der nur für ganz spezielle Aufgaben konzipiert ist. Bei Servern kann man einfach einen Opteron-Sockel dafür verwenden. Dieses gemeinsames "Ecosystem" soll die Leistungsskala aktueller Systeme auf ein neues Niveau hieven und die Petaflop-Grenze durchbrechen.
Und mit Fusion ist etwas geplant, dass wir bereits vermutet haben, als AMD den Grafikhersteller ATI übernommen hat. VIA Technologies hat es mit dem CoreFusion bereits vorgemacht, warum sollte es nicht von AMD auch mal kommen. Hier sprechen wir zwar noch von Zukunfstmusik, doch der erste Schritt wird die Fusion von Prozessor mit einer ATI Grafik sein, danach wird sowohl CPU, als auch Grafik sowie CoProzessor und Chipsatz in einem Package integriert werden. Man kauft einen Fusion, und hat gleich alles mit dabei. Passend dazu sucht man sich das Mainboard aus, welches für die eigenen Anwendungsbereiche am besten ist und die richtigen Schnittstellen bietet.

Auch bei der Open Platfrom muss man kurz mit Intel vergleichen: während Intel für die eigenen Systeme auf eine solide Plattform setzt, die in den meisten Fällen aus Intel CPU+Chipsatz+Grafik besteht, geht AMD genau den umgekehrten Weg. Statt für Intel ViiV, vPro oder Centrino (nur) Intel Komponenten zuzulassen, lässt AMD die Freiheit zur Auswahl der richtigen Komponenten den eigenen Kunden und hat damit die AMD Open Platform initiiert. Die eigenen Prozessoren können mit unterschiedlichsten Chipsätzen von AMD (bzw. ATI), VIA und SiS kombiniert werden, sowie Grafikmodule von ATI und nVidia. Im mobilen Bereich lässt man die Auswahl der WLan Komponenten auch den Systembuildern frei. Hier sollen Module von Broadcom, Atheros und Airgo möglich sein. Durch ein neues Logo-System (better by design) will AMD die Erkennbarkeit der internen Komponenten vereinfachen und dadurch mehr Vertrauen bei den Endkunden gewinnen. Das neue Konzept könnte wirklich aufgehen und endlich den erwünschten "Business Stable Platform" Eindruck hinterlassen, den AMD bisher noch nie so wie Intel erreichen konnte.
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Obwohl in den letzten Jahren immer viele AMD Notebooks ausgestellt wurden, gegen Centrino und die neuen Core Duo's hatte AMD bisher wenig Erfolg. Der größte Teil der verkauften Notebooks setzt immer noch auf Intel Lösungen. Doch damit soll endlich Schluss sein, AMD hat hier große Ziele gesteckt, und das "better by design" Programm könnte hier sehr nützlich sein. Basierend auf dem Turion 64 X2 will AMD eine ganze Reihe an Konfigurationen anbieten. Und durch den übernommenen ATI-Grafikspezialisten kann nun AMD sowohl CPU als auch mobilen Chipsatz mit integrierter 3D-Grafikeinheit aus einer Hand liefern. Dies soll in erster Linie dazu führen, dass der Stromverbrauch weiter gesenkt wird und man im Durchschnitt die Marke der 5 Stunden Akkulaufzeit erreicht. Von 13% Marktanteil im Notebooksektor will AMD bis Ende dieses Jahres 20% erreichen, und auch der Markt der Ultra Mobile PCs wird dadurch immer interessanter.

2004 hatten mehrere Statistikfirmen wie IDC und Gartner prognostiziert, dass innerhalb von wenigen Jahren der Desktop PC komplett verwschwinde und von Small-Form-Factor Systemen ersetzt werde. Obwohl die Prognosen richtig gewesen wären, haben all diese Firmen vergessen (darunter auch ganz besonders Shuttle), dass der Markt zwar nach kleineren PCs verlange, doch zu herkömmlichen Preisen wie normale PCs. Die höheren Produktionskosten von Mini-Barebones und Mini-ITX Mainboards haben dazu geführt, dass für viele ein Klein-PC immer noch nicht erschwinglich ist. Dieses eine Problem wurde für die vielen Anbieter zu einem Verhängnis, mittlerweile sind nur noch Shuttle und AOpen in diesem Segment tätig, alle anderen sind ausgestiegen oder pleite gegangen.
Die neuen Studien belegen nun, dass bis 2007-2008 der normale PC-Markt mit ATX Mainboards noch kräftig zulegen wird und erst dann absinkt, während eine große Nachfrage für günstige und kleinere Systeme steigen wird. Und hier könnte AMD dazu beitragen, dass dies zur Realität wird, weshalb sich das Unternehmen zwischen herkömmlichen Mini-Tower und Mini-PC positioniert, mit einem 6 Liter-PC. Die Ziele von AMD mit DTX sind einfach und klar: schönere und kleinere Gehäuse, weniger Stromverbrauch, geringe Abwärme und Lautstärke. Dabei ist aber DTX nicht ein AMD-Formfaktor mit strikten Vorgaben, sondern ein offener Standard auch für Mitbewerber.

Um zu erreichen dass PCs kleiner werden, aber trotzdem günstig bleiben, hat AMD viele Systeme miteinander verglichen. DTX wird de Fakto mit ATX kompatibel bleiben, doch in Zukunft sind viele Erweiterungskarten durch die hohe Integration der Chipsätze nicht mehr nötig. Die Kostenersparnis beginnt in der Produktion der Mainboards: aus einem rohen Standard-PCB (Glasfaser Platte des Mainboards) können nur zwei ATX bzw. Micro-ATX Mainboards herausgeschnitten werden. Der Rest ist Abfall. Lässt man die vielen PCI-Slots weg und reduziert die Anzahl auf ein PCI-E 16x und ein PCI (bzw. PCI-E 1x), dann können aus einem PCB gleich 4 Full-DTX Platinen (200x244mm) herausgeschnitten werden. Im Gegensatz zu Mini-ITX sind aber trotzdem nur 4 Layer an Leiterbahnen nötig, wodurch die Kosten wie bei einem ATX Board liegen. Nur der Auswurf aus dem PCB ist höher, und damit senken sich die Kosten.
Der Vergleich zwischen Mini-ITX (17x17cm) und Mini-DTX (20x17cm) ist ähnlich. Auf einem PCB passen 6 Mini-ITX Mainboards plus Abfall hinauf, oder 6 Mini-DTX Mainboards ohne Abfall aber mit zwei PCI-Erweiterungsslots statt nur einem. Das Konzept ist so interessant, dass viele Firmen wie Foxconn, TMC, Elitegroup, Asus, MSI, Gigabyte und auch Shuttle bereits Systeme auf DTX-Basis in Planung haben. Und wenn selbst Shuttle, der bekannte Hersteller für Mini-PCs da einsteigt, dann hat das schon etwas zu bedeuten.

AMD hat für DTX bereits erste Konzepte und ein noch nicht fertiges Referenzdesign-Mainboard im Mini-DTX Format entwickelt. AMD betont dabei immer wieder: "Weg die graue Kiste am Boden, stattdessen ein formschöner PC am Schreibtisch!" Bei der Form tendiert man auch eher weg vom Cube-Prinzip eines Mini-Barebones. Die DTX Rechner sollen eine vertikale Bauform haben, damit sie so wenig Platz wie möglich von Schreibtisch brauchen. Bei der ausgestellten Platine (dessen Leiterbahnen nicht fertig waren) handelt es sich um ein Modell für AMD Athlon 64 X2 Prozessoren (Sockel AM2) mit AMD 690 Chipsatz, der eine ATI Grafik integriert und zwei Videoausgänge bietet.
Für uns als nicht Chipspezialisten ist es schwer zu sagen, ob die Prozessorstrategie von AMD wirklich gut ist. Immerhin geht AMD da ziemlich in die andere Richtung als Intel gerade. Beide Unternehmen streben aber an, deutlich mehr Strom zu sparen, was auch bei AMD gut ist. Ob baldige Quad-Core Prozessoren im Desktop einen Sinn machen ist fraglich. Immerhin können wir selbst in unserer Redaktion - wo ein Quad-Core Server-System von AMD steht - diesen für sehr aufwendige grafischen Aufgaben oder Renderings nie ganz ausreizen, dass alle vier Kerne komplett ausgelastet sind.
Mit der Open Plattform geht AMD einen Weg weiter, den man schon seit der Existenz des Turion 64 mobile Prozessors eingeschlagen hatte, allerdings bisher eher erfolglos. Aber das "better by design" Programm ist eine sehr gute Marketingaktion die dazu führen könnte, dass sich AMD als professionelle Plattform im Notebook-Markt durchsetzt.
Am Ende noch unsere Meinung zu DTX: Als wir das erste mal davon hörten waren wir sehr skeptisch. Immerhin sind wir als Magazin die größten Verfechter von Mini-ITX Mainboards, und warum sollte es nun einen weiteren Standard geben, der zudem größer ist und von der Industrie noch nicht akzeptiert wurde. Doch als wir dann die ganzen Pro's genauestens erfragt hatten, sind auch wir davon überzeugt, dass DTX die PC-Welt revolutionieren kann, vorausgesetzt AMD treibt diesen Bereich mit einem noch stärkeren Elan voran. Aber vor allem muss AMD mit viel mehr Mainboardhersteller (auch im Embedded Bereich) eng zusammenarbeiten. Aber die Vorteile sind gegeben, und das ist schon einmal eine sehr gute Grundlage.
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