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CeBIT 2007 live... das große Messe-Special
Neuerscheinungen über Notebooks, Subnotebooks, Tablets, Ultra Mobile PCs, Mini-Barebones, Mini-PCs, Mini-ITX, Embedded und Audio- Videoplayer
von igor.c , felix.s, simon.k, tobias.s   20.03.2007
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"One Laptop per Child" ist eine Initiative die ins Leben gerufen wurde von Nicholas Negroponte, dem Chef des MediaLab am MIT (Massachusets Institute for Technology). Ziel der Initiative ist es Laptops für einen Preis von ca. 100USD herzustellen. Diese sollen in Entwicklungsländern zum Einsatz kommen und die Schulbildung revolutionieren. Das Gerät soll nicht auf dem Freien Markt erhältlich sein, sondern direkt an die Regierungen der betroffenen Länder verkauft werden. Produziert werden die Laptops von dem taiwanischen Unternehmen Quanta Computer Inc. Bei Quanta handelt es sich um einen der größten Notebook Hersteller weltweit mit zahlreichen namhaften Kunden wie z.b Dell, HP, Acer, IBM/Lenovo, Sony, Toshiba oder Apple. Nach eigener Aussage werden von Quanta Computer Inc 30% aller Verkauften Laptops hergestellt. Nach neusten Meldungen bewegen sich die Kosten eher um 140USD. (Zitat von patrick.h)


Spielzeug oder Computer






Insgesamt waren 3 Stück vom OLPC auf der CeBIT. Eines war am RedHat Stand, die anderen beiden bei AMD hinter sehr verschlossenen Türen (wir haben sie jedoch öffnen können). Der OLPC ist vom Design und der Fertigung her sehr eigenartig und ungewohnt. Die Oberfläche glänzt wie ein kleines Fahrzeug-Plastik-Spielzeug, doch für Kinder ist es wahrscheinlich einfach cool. Die Tastatur ist wie beim neuen MacBook und hat Soft-Tasten, der Bildschirm lässt sich herunterklappen und drehen wie bei einem TabletPC bzw. Convertible. In der Hantel ist der Akku integriert, doch an sich war der OLPC eher schwer und dürfte bei min. 1,5 kg liegen, vielleicht etwas zu viel für kleine Kinder.


OLPC im Detail






RedHat und AMD sind die Partner des OLPC-Projekts. AMD liefert den Geode LX500 (366 MHz) mit 1W Stromverbrauch als Prozessor, RedHat eine passende Linux Distribution. Wir haben sogar einen Screenshot vom Linux-Bootscreen geschossen, leider dauerte das Hochfahren des Systems mit etlichen Minuten sehr lange. Auch waren wir einfach nicht fähig, mit dem OS klarzukommen. Wahrscheinlich sind wir zu voreingenommen durch "Betriebssysteme für die Großen". Die Oberfläche des OS ist sauber und übersichtlich, Kinder kommen damit sicher klar. Deryl Sartain (AMD USA Pressesprecher) erklärte uns, dass das größte Problem beim OLPC der 7,5" Bildschirm sei, der sowohl monochromatisch mit 1200x900px läuft, aber auch mit Voll-Farbe betrieben werden kann. Mit 35USD verschlingt das Display das meiste Budget, doch durch den Dual-Modus können auch Kinder in sonnenstarken Zonen den Bildschirminhalt gut lesen, da das Display transreflektierend ist. Das interessanteste dürfte das WLan Modul sein, welches gleichzeitig als Bridge funktioniert und somit ein Wireless-Mesh-Netzwerk unter allen OLPCs schafft. Man könnte es als eine Art P2P Netzwerk bezeichnen, wo die Datenpakete von einem OLPC zum nächsten weitergeleitet werden, bis sie zum richtigen Empfänger kommen. Besonders in armen Regionen wo es wenige Access Points gibt, könnte dies zur Verbreitung des Internets führen.


OLPC... wir durften ihn nicht klauen



Nach einem kurzen und unterhaltsamen Fotoshooting mit den OLPCs von AMD, haben wir versucht ihn einzustecken... immerhin hat die c't auch ein Testmuster davon, warum sollte es bei MiniTechNet fehlen. Doch Deryl Sartain erkannte den Schwindel, und entriss uns das schöne Teil sogleich aus der Hand bevor wir ihn verschwinden lassen konnten. Pech für uns, Glück für Deryl, der sich sonst vor dem Managment rechtfertigen hätte müssen.

 


Unsere Meinung zum OLPC

Spass bei Seite... das Konzept des OLPC ist sehr interessant. Wenn hier jedoch die Regierungen nicht mitspielen, wird sich das Projekt nur schwer durchsetzen. Erschreckend war eher unsere Vermutung: die erste Million Geräte für die erste Phase wird produziert. Alles Geräte, die an Entwicklungsländer gehen. Doch in Phase zwei soll das Programm erweitert werden, womöglich auf 20 Mio. Stück. Und was ist wenn in Phase 3, in der auch Länder wie USA, Deutschland, Frankreich, England usw. vorgesehen sind, 40 oder sogar 60 Mio. Stück im Jahr produziert werden. Damit würde Quanta, der größte Hersteller von Notebooks, die Zahl der Produktion mehr als verdoppeln. Und wenn die Stückzahlen so steigen und die Produktionskosten deshalb sinken, wie viel mehr Rechenleistung könnte denn der OLPC integrieren? Ein Geode LX800 oder sogar größer mit 1 GHz hätte da deutlich mehr Potential, darauf läuft locker ein Windows Betriebssystem. Und dann könnte der OLPC zu einer wahren Alternative zu herkömmlichen Notebooks werden, auch in erste Welt Länder. Nicht umsonst heißt das Projekt One Laptop per Child, damit sind nicht nur Kinder in Entwicklungsländer gedacht. Und warum ein teures Gerät kaufen, wenn man den OLPC bereits für 150 EUR kriegen kann.




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