
Dieses Commell Mainboard ist im Vergleich zu vielen anderen Mini-ITX Modellen deutlich mehr bestückt, was Anschlüsse, Schnittstellen und Zubehör anbelangt. Der verfügbare Platz wurde bis zum Anschlag ausgenutzt, noch mehr Ausstattung würde keinen Platz mehr finden. Die ATX-Blende ist voll mit Schnittstellen, darunter 2x serielle Ports, 2x Gbit LAN Anschlüsse, 4 USB Ports, ein VGA Ausgang, sogar 2x PS/2 Anschlüsse für alte Mäuse und Tastaturen, und anschließend noch 6 Audioschnittstellen für 7.1 Kanal Surround Sound sowie ein Mikrofon und LineIn Eingang. Weitere Schnittstellen sind noch auf dem Board (als Pin-Header) vorhanden: 2x USB, 2x weitere serielle Ports und TV-Ausgang. Für die beiden seriellen Schnittstellen und den TV-Ausgang (Composite, S-Video, HDTV) legt Commell dem Lieferumfang sogar Blenden bei, die in die PCI-Öffnungen des Gehäuses geschraubt werden können. Ein Firewire Anschluss fehlt sowohl auf dem Backpanel als auch am Mainboard selbst.
Des weiteren nutzt Commell auch die Unterseite des Mainboards aus, um hier einen Compact Flash Card Reader und ein PCMCIA Slot unterzubringen. Für Erweiterungen ist dieses Mainboard sehr gut ausgestattet.

Der Strom wird mittels einem speziellen 12V Netzteil eingespeist. Unklar ist uns, warum Commell diese Art von 4-poligen Anschluss verwendet hat, statt ein normales externes Netzteil zu ermöglichen. Dies würde die Kosten deutlich senken, denn das spezielle Netzteil ist teurer. Möglich ist jedoch, das Mainboard auch mit einem herkömmlichen ATX Netzteil zu speisen, welches die zusätzliche 4 Pin Stromversorgung liefert. Allerdings ist hier etwas Handarbeit nötig, da man gewisse Pins dann kurzschließen muss. Onboard sind Molexanschlüsse vorhanden, mit denen die Laufwerke mitversorgt werden. Für Festplatten sind 2x S-ATA Schnittstellen vorhanden, mit denen sich auch ein Raid-Verbundsystem erzeugen lässt. Für das optische Laufwerk kann man nur Slimline Laufwerke (wie in Notebooks) anschließen, ein Adapterkabel liegt bei. Wer noch ein Diskettenlaufwerk benötigt, kann ein Slim-Floppy auch einbauen.
Zum Ausbau des Arbeitsspeichers stehen zwei normale DDR2-533 Bänke zur Verfügung. Maximal können 2GB Arbeitsspeicher eingebaut werden.

Neben einem Mini-PCI Slot, in dem z.B. Wlan Module oder TV-Karten eingebaut werden können, ist auf diesem Mainboard auch ein PCI-E 16 Slot für Grafikkarten vorhanden, was für Pentium M Mini-ITX Board sehr unüblich ist. Das schöne daran ist, dass man dadurch deutlich mehr Grafikperformance erreichen kann, wenn man eine zusätzliche Grafikkarte einbaut. Leider stürzte unser Testsystem mit einer GeForce 6600 Karte ab, weil das Netzteil nur für 80W ausgelegt ist, aber das Mainboard zusammen mit der Grafikkarte bei 3D-Anwendungen mehr als 120 Watt verbrauchte. Hier streikte das Netzteil und führte zu einem Neustart des Systems. Mit einem stärkeren Netzteil könnte man den Betrieb einer starken Grafikkarte sicher ermöglichen, oder mach weicht auf die P4-Stromversorgung eines herkömmlichen ATX Netzteils aus.

Im Commell LV-673 können Pentium M Prozessoren mit Dothan Kern für den Sockel 479 eingebaut werden. Die etwas günstigeren Varianten Celeron M's funktionieren natürlich auch. Beim Pentium M mit Dothan Kern gibt es zwei Versionen: Pentium M's mit 400 MHz FSB (wie das Modell in unserem Test) mit 1,4 bis 2,1 GHZ Taktfrequenz verbrauchen mit 21W TDP etwas weniger Strom als die Varianten mit 533 MHZ FSB (1,6 bis 2,26 GHz Takt), die einen TDP Stromverbrauch von 27W haben. Die Stromsparfunktion Speedstep ist leider im Bios deaktiviert worden, wodurch der Stromverbrauch etwas höher ausfällt. Eine Lüftersteuerung zum senken der Drehzahl fehlt leider auch.
Der Intel 915GM Chipsatz wechselt automatisch den FSB passend zur eingesetzten CPU. Er beinhaltet zudem die Intel GMA900 Grafik, mit der man mittels der TV-Out Blende das Signal auch an einem Fernseher in Composite, S-Video oder sogar HDTV Qualität senden kann. Zum Spielen reicht der Intel GMA900 höchstens für ältere 3D Games aus, wer etwas aktuelleres betreiben möchte, sollte nach einer günstigen PCI-E Grafikkarte Ausschau halten. Man muss aber den maximalen Stromverbrauch beachten, damit das Netzteil nicht überfordert wird.
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