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Fujitsu Siemens D2703-S Mini-ITX Mainboard
System für AMD Mobile Prozessoren und neuem AMD/ATI Chipsatz 690, gute Grundausstattung aber etwas geringe Leistung. Mit Sempron auch passiv kühlbar.
von igor.c   28.01.2008
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Mainboard






Auf dem ersten Blick fällt bei diesem Mini-ITX Mainboard sofort der große Kühler mit seinen breiten Kühllamellen auf, den Fujitsu Siemens mitliefert. Gleich danach die beiden PCI Slots. Dass das Mainboard von Fujitsu Siemens stammt, erkennt man eigentlich sonst nur an der Verpackungsaufschrift, am Mainboard selbst fehlt jeglicher Hinweis. Wegen der kompakten Bauform ist das Fujitsu Siemens D2703-S Mini-ITX Mainboard auch an der Unterseite mit Chips bestückt.


Anschlüsse, Speicher und Erweiterungen





Der Anschlussbereich an der Rückseite ist recht gut ausgenutzt worden, auch wenn nicht die gesamte Breite der ATX-Blende verbaut wurde. Hier befinden sich 2x PS/2 Anschlüsse für Maus und Tastatur, ein serieller Port (COM), ein DVI-Videoausgang (für den auch ein Adapter auf D-Sub mitgeliefert wird), 2x GBit LAN und 4x USB 2.0, die beiden Audioschnittstellen mit Mikrophon-Eingang sowie Kopfhörer-Ausgang und ein Firewire-Port mit 6 Pins.

Verwendet man am DVI-Ausgang ein spezielles Adapterkabel (mit DVI + D-Sub), dann ist sogar ein Dualscreen-Betrieb ohne weitere Grafikkarte oder LVDS Adapter möglich. Mittels Software kann man dann sowohl den Klone- als auch erweiterten Desktop Modus aktivieren.

Die Stromversorgung erfolgt wahlweise über ein herkömmliches ATX-Netzteil mit 20 Pin oder externes Netzteil mit 24 V Ausgangsspannung. Es ist sehr interessant, dass eine Duallösung angeboten wird, wodurch das Mainboard für verschiedenste Anwendungsbereiche einfacher eingesetzt werden kann, sowohl in großen Gehäusen als auch in ganz kleinen, in denen ein normales Netzteil nicht Platz hätte (PicoPSU oder ähnliche Wandlerplatinen sind deshalb nicht nötig). Optional bietet Fujitsu Siemens auch einen Molex Adapter an, mittels dem das Mainboard Laufwerke mit Strom versorgt.








Das Mainboard kann mit insgesamt zwei SO-DDR2-800 Modulen bestückt werden, die nun auch mit tatsächlichen 800 MHz laufen (viele AMD Boards hatten bisher nur DDR2-667). Durch die Dualchannel-Technik können bessere Ergebnisse bei der Speichertransferrate erzielt werden. Nur die Speichersockel haben eine etwas komische und eher lockere Montage, weshalb sich die Module bei Erschütterungen einfach lösen können. Dann bootet das System nicht mehr.

Für die Anbindung von Laufwerken stehen insgesamt 4x S-ATA II Anschlüsse zur Verfügung, die auch ein RAID-Verbund erlauben. Am P-ATA 133 Anschluss können ältere Festplatten oder DVD-Laufwerke angesteckt werden. Der Compact-Flash Slot ist nicht Hot-Plug fähig, da er nicht über die USB- sondern IDE-Schnittstelle angebunden ist. Er kann also ausschließlich als Festplattenersatz verwendet werden.

Das Mainboard verfügt über zwei PCI Slots, davon ist einer ein normaler PCI 32Bit und der andere ein PCI-Express x1. Beim Einsatz der PCI-E Karte sollte man bedenken, dass dies nicht jedes ITX-Gehäuse ermöglicht, da die Position des Slots nicht den ATX-Spezifikationen entspricht. Die ATX-Blende deckt außerdem den PCI-E-Slot ab. Auf der Unterseite hat das Fujitsu Siemens Mainboard einen dritten Erweiterungsslot, nämlich einen Mini-PCI-Express Slot. Hier können z.B. WLAN- oder TV-Tunerkarten eingesetzt werden.


CPU und Chipsatz, integrierte Grafik, Kühlung





Das Fujitsu Siemens D2073-S ist eines der wenigen Mini-ITX Mainboards, die einen Sockel S1 für AMD mobile Prozessoren besitzen. Eingesetzt werden können der günstige und low-cost Prozessor AMD Mobile Sempron und der Zweikernprozessor AMD Turion 64 X2. Der Sempron Prozessor basiert noch auf dem alten K8-Kern des Athlon 64, der Turion 64 X2 hingegen schon auf dem neuen K9-Kern.

Wir haben für den Test einen speziellen mobile Sempron - den 2100+ - mitgeliefert bekommen. Dieser läuft mit nur 1 GHz Taktrate, soll nur 7W Strom verbrauchen und kann auch passiv gekühlt werden. Er zählt zu AMDs Embedded Serie.

Beide Prozessoren sind die Gegenstücke von AMD zum Intel Core Duo und Celeron M, allerdings weisen AMDs Mobil-CPUs nicht eine solche Erfolgsgeschichte auf. Sie wurden bisher nur sehr schlecht verkauft und sind, auch weil es kaum Mainboards am Markt gibt, im Retail nur sehr schwer erhältlich. Große Versandhäuser bieten die CPUs gar nicht an. Ein weiterer Nachteil der AMD CPUs ist, dass die Rechenleistung nicht an die Mobilprozessoren von Intel heran kommt, auch wenn Sie spezielle Features wie MMX, Extended 3DNow!, SSE, SSE2, SSE3, NX-Bit und AMD-V enthalten. Der Turion 64 X2 enthält zudem eine 64Bit Befehlserweiterung und kann daher 64Bit Software und Betriebssysteme ausführen, der Sempron nicht.






Alle mobilen AMD CPUs enthalten die Stromsparfunktion Powernow!, bei der im Leerlauf die Taktfrequenz und die Kernspannung reduziert wird, um Strom zu sparen. Wie aus den Spezifikationen des Mainboards hervorgeht, fehlt allerdings die Unterstützung dieser Funktion noch, Fujitsu Siemens will sie aber in kommenden BIOS-Updates integrieren.

Als Chipsatz wird im Fujitsu Siemens D2073-S Mainboard der neue AMD M690E mit AMD SB600 Southbridge eingesetzt. Darin befindet sich der AMD/ATI Grafikchip Radeon X1250, der im Vergleich zu Intel Grafikchips eine deutlich bessere DirectX 3D-Beschleunigung aufweist, aber bei OpenGL Anwendungen das Nachsehen hat. Die 3D-Leistung erreicht zwar bei weitem nicht das Niveau einer modernen Grafikkarte, aber zum Spielen älterer Spiele ist sie völlig ausreichend. Die Grafikkarte ist zudem Dualscreen fähig und kann zwei Displays gleichzeitig ansteuern, entweder über DVI und LVDS oder mittels Adapter nur vom DVI aus.





Fujitsu Siemens legt dem Mainboard einen passenden Kühler bei. Im Datenblatt ist auch die Rede von einer Version mit leisem Lüfter. Wir haben die passive Variante mit großem Aluminiumkühler erhalten. Dieser reicht auch aus um den Sempron 2100+ Prozessor zu kühlen, auch wenn die Oberfläche des Kühlers eine beachtliche Temperatur erreicht. Ohne ein Lüfter im Gehäuse sollte das System daher nicht betrieben werden.

Problematisch ist die Kühlung, wenn ein richtiger Turion 64 X2 eingesetzt wird. Hier konnten wir eine Oberflächentemperatur von 78° am Kühler messen, und das im Leerlauf ohne Rechenoperationen durchzuführen. Das ist einfach zu viel und gleichzeitig riskant, mit einem normalen 80mm Lüfter sinkt die Temperatur schnell auf 29°. Bei den AMD Turion 64 X2 Prozessoren sollte man also stets auf aktive Kühlung achten.

Deshalb bietet Fujitsu Siemens auch eine andere Kühlervariante an mit integriertem Lüfter, der temperaturgeregelt ist.



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