
Beide Boards basieren auf dem selben PCB (Platinenlayout) und die Komponenten sind somit identisch angeordnet. Durch die unterschiedliche Ausstattung der Boards sind beim MB720 einige Stellen nicht bestückt, wo man beim MB720F Bauteile findet, so z.B. links von der CPU ein Firewire Controller Chip. Das PCB des MB720 hat, wie man auf dem Bild links oben erkennt, auf beiden Seiten noch zusätzlich einen 1cm breiten Streifen mit Bohrungen, welcher aber ohne weiteres entfernt werden kann und auch nur beim getesteten Muster vorhanden war. Wie es für Mini-ITX Boards typisch ist, ist auch die Unterseite mit Komponenten bestückt, bei der Montage ist also Vorsicht geboten.
Die Anschlüsse und Erweiterungsslots sind trotz der knappen Platzverhältnisse einigermaßen gut erreichbar. Eine interessante Erweiterung ist ein Mini-PCI Slot, wie er auch in Notebooks zum Einsatz kommt. Er kann zum Beispiel eine WLAN Karte aufnehmen.

An der Rückseite der Boards erkennt man sofort, dass das MB720 nur über einen LAN Port verfügt und keinen TV-Out hat. Ansonsten sind die Anschlüsse identisch angeordnet. Der Platz wurde gut ausgenutzt, einzig ein Firewire Port beim MB720F wäre wünschenswert, da Firewire sonst nur über das beiliegende Slotblech genutzt werden kann. Platz dafür wäre noch vorhanden.

Äußerlich unterscheiden sich die beiden Prozessoren nur in ihrer Beschriftung. Dabei fällst sofort auf, dass die Eden CPU mit nur 1,05V Kernspannung läuft, die C3 CPU hingegen mit 1,4V. Ansonsten unterscheiden sich die beiden Prozessoren nicht: beide bieten MMX und SSE Unterstützung, verfügen über 64kB L2 Cache und haben eine Taktrate von 1000MHz. Durch den kleinen Cache Speicher und die einfache Architektur kommen diese Prozessoren mit deutlich weniger Transistoren aus, als aktuelle Prozessoren anderer Hersteller und können so kostengünstiger produziert werden. Sie haben eine geringere Stromaufnahme, jedoch auch eine geringere Rechenleistung. VIA bietet den C3 auch mit höheren Taktraten an, daher ist es unverständlich, warum iBase zum 1GHz Modell gegriffen hat.

Wie bereits erwähnt, wird die CPU des MB720 aktiv gekühlt und jene des MB 720F passiv. Der 40mm Lüfter des iBase MB720 läuft angenehm ruhig im Vergleich mit denen auf den VIA Epia Mini-ITX Mainboards. Eine Steuerung mit der Freeware SpeedFan ist möglich, der Lüfter kann bis zum Stillstand heruntergeregelt werden. Eine integrierte Lüftersteuerung gibt es jedoch nicht. Der Passivkühlkörper des MB720F nimmt mehr Platz ein, als Kühlkörper und Lüfter des MB720 zusammen. Dennoch ist der Block deutlich kleiner, als der von VIA verwendete Kühler für den VIA Eden Prozessor. Das liegt vor Allem daran, dass iBase im Gegensatz zu VIA einen getrennten Kühlkörper für CPU und Chipsatz verwendet.

iBase verwendet die selbe Kombination, wie sie VIA beim EPIA SP einsetzt: den CN400 (bzw. CN333) Chipsatz in Verbindung mit der VT8237 Southbridge. Während VIA beide Chips mit einem einzigen, großen Kühlkörper kühlt, wurde bei diesen Boards auf eine Kühlung der Southbridge verzichtet und auf den Chipsatz ein schwarz eloxierter Kühlkörper fix aufgeklebt. Der Unterschied zwischen CN333 (MB720) und CN400 (MB720F) liegt in der Speicherunterstützung: mit dem CN333 kann der Speicher maximal mit 166MHz betrieben werden, beim CN400 mit 200MHz. Auf die Performance wirkt sich das allerdings nicht aus, wie auch die Benchmarks gezeigt haben. Die VIA C3 CPU scheint nicht von einer höheren Speicherbandbreite profitieren zu können.
|