
Wie bei den meisten Barebones verwendet Shuttle auch beim SN85G4V2 Thumbscrews um den Gehäusedeckel an den Rahmen zu befestigen. Diese drei Handschrauben können leicht ohne Schraubenzieher entfernt werden, man zieht den Deckel nach hinten und hebt Ihn dann nach oben hoch. Der Gehäusedeckel ist auch auf der Innenseite sauber verarbeitet, alle Kanten sind abgerundet, sodass man sich daran nicht schneiden kann.

Im Shuttle SN85G4V2 sind sehr viele Kabel verlegt, die den Zugang zu den Komponenten erschweren können; größtenteils sind diese zusammengebunden und sauber verlegt. Das CD-Rom/DVD Kabel ist ein hochwertiges UDMA133 Kabel, ist bereits werkseitig eingebaut und wird mittels Halteklammern an den Gehäuserahmen gehalten. Zu den Festplattenanschlüssen kommt man recht einfach hin. Schwieriger wird es beim Diskettenlaufwerk, welches z.B. benötigt wird, um eine Serial ATA Festplatte zu betreiben.
Sehr schlecht positioniert ist der ClearCMOS Jumper. Hat man das Bios falsch eingestellt, sodass der XPC nicht mehr bootet, muss man die AGP Grafikkarte herausnehmen um das Bios zulöschen.
In Version 2 wurde auch der Festplattenkäfig verändert. Während in Version 1 der Festplattenkäfig getrennt und dieser über eine Schiene herausnehmbar war, ist hier nur mehr ein Laufwerkskäfig vorhanden für Festplatte, Card Reader und CD/DVD Laufwerk. Um die Festplatte einzubauen, muss nun der ganze Laufwerkskäfig herausgenommen werden. Schade dass die Ingenieure sich für diese Lösung entschieden haben.

Neben der sehr großen und massiven CPU Kühlung befindet sich der PCI und AGP Slot. Eine große AGP und PCI Karte dürften ohne Probleme im Barebone passen. Einzig eine auf der Rückseite bestückte PCI Karte könnte sich mit dem Laufwerkskäfig beißen. Ein Gumminoppel sorgt dafür, dass die PCI Karte nicht den Laufwerkskäfig berührt und verhindert damit Kurzschlüsse.
Hinter dem CPU kühler befinden sich noch CD-Rom Audioanschlüsse und die zwei Serial ATA 150 Anschlüsse. Diese sind sehr schlecht platziert. Um an diese zu kommen muss man immer die Grafikkarte und die PCI Karte entfernen. Unserer Meinung nach haben dort die Serial ATA Anschlüsse einfach nichts verloren und sollten einfach in der Nähe der anderen Festplattenanschlüsse platziert sein.

Hier sieht man den integrierten 6-in-1 Card Reader. Dieser ist sehr ungünstig im 3,5“ Schacht verbaut, sodass er einer zweiten Festplatte den Platz wegraubt. Man hätte den Card Reader z.B. unter dem Festplattenkäfig verbauen können, dann hätte auch die Serial ATA Raid Funktion mehr Sinn gemacht. Dass der Kunde auf den Card Reader verzichtet um eine zweite Festplatte zu betreiben, kann man sich auch nicht erwarten. Auch den Festplattenrahmen zu verlängern ist nicht möglich, da der Netzteillüfter im Weg ist. Shuttle hätte aber die Lasche des Fesplattenrahmens gegenüber dem Netzteil länger machen können. Dadurch wäre eine 3 Punkt Befestigung der zweiten Festplatte möglich gewesen, was zwar nicht optimal ist, aber besser als ein ganz verlorener 3,5“ Schacht. Ein Diskettenlaufwerk kann wegen der verschlossenen Front sowieso nicht verbaut werden.

Auf der Seite des Netzteils ist ein recht großer Kabelsalat vorhanden. Dieses Mainboard benötigt auch den für Pentium4 Mainboards typischen zusätzlichen ATX Mainboardstecker.
Oberhalb des ATX Anschlusses befindet sich eine Verteilerplatine für USB Anschlüsse. Die Zufuhr stammt von dem USB Anschluss auf dem Mainboard direkt von der anderen Seite. An dieser Platine hängt dann der 6-in1 Card Reader. Warum Shuttle den Card Reader nicht direkt an den USB Anschluss auf dem Mainboard anschließt, ist für uns nicht nachvollziehbar. Auf der Rückseite der Platine sind auch keine Chips oder Ähnliches vorhanden. Der zweite Anschluss dürfte vermutlich für das Shuttle hauseigene Wireless 802.11b Netzwerkmodul sein.
Die Spannungsumwandler des Mainboards fallen recht gering aus und sind alle so verbaut, dass sie nicht weiter stören. Auch die DIMM Steckplätze für den Arbeitsspeicher sind leicht zugänglich; eventuell hätte man diese noch weiter zum Rand ziehen können, um den Einbau zu erleichtern. Neben den DIMM Steckplätzen ist ein weiterer Lüfteranschluss vorhanden.

Wie schon vorher gesagt, ist die große Änderung in der Version 2 das neue SilentX Netzteil. Dieses wird nicht von Enhance oder Achme hergestellt, sondern von Shuttle selbst. Es soll viel leiser sein und sich auch weniger erwärmen. Der Lüfter des Netzteils ist optimal platziert und kann dadurch direkt die von der CPU und Festplatte erwärmten Luft abführen.
Das Netzteil hat noch zusätzlich einen Molex Stecker für besonders stromhungrige Grafikkarten, einen 4 Pin Stromanschluss für Diskettenlaufwerk und nur einen Stromanschluss für Serial ATA Festplatten.
Insgesamt hat dieses Netzteil eine maximale Stromleistung von 240W, die „combined power“ auf der +3,3V und +5V Schiene erreicht maximal 105W. Auch unsere Geforce FX5900 XT von Gainward mit zusätzlichen Stromanschluss war kein Problem für das Netzteil.
Auf dem Etikett steht „Richtige Eingangsspannung wählen!“. Das Netzteil kann jedoch automatisch mit Spannungen zwischen 100Vac-240Vac umgehen. Man muss die Eingangsspannung nicht manuell einstellen.

Shuttle verbaut einen sehr dünnen 60mm Lüfter mit sehr vielen Schaufeln. Leider handelt es sich nicht um ein kugelgelagertes Modell, sondern um einen Billiglüfter mit Gleitlager. Diese Art von Lüfter werden leider mit der Zeit sehr laut und müssen neu eingefettet oder ausgetauscht werden. Der Lüfter ist dafür temperaturgeregelt und läuft dadurch immer nur mit der minimalst nötigen Umdrehung. Leider ist kein geeigneter Luftkanal vorhanden, sodass der Lüfter die warme Luft nicht nur nach Außen, sondern auch wieder nach Innen in das Gehäuse bläst. Ansonsten sind die Komponenten im inneren des Netzteils alle sehr sauber angeordnet und nehmen sehr wenig Platz ein.
 | Warnung: Wir möchten ausdrücklich davon abraten, das Netzteil zu öffnen. Hier treten sehr hohe Spannungen auch im ausgeschalteten Zustand auf die lebensgefährlich sind. Durch das Öffnen des Netzteils verliert man unter anderem auch die Herstellergarantie. |
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