

Normalerweise testet MiniTechNet immer, ob ein Computersystem kompatibel zu Linux ist. Beim Zonbu Desktop Mini hingegen wird ein Betriebssystem auf Basis von Linux bereits mitgeliefert, welches Zonbu den eigenen Bedürfnissen angepasst und sehr präzise auf den Mini-PC mit VIA CPU abgestimmt hat. Und das merkt man auch an dessen Geschwindigkeit beim Ausführen von Programmen. Das Zonbu OS basiert auf Gentoo Linux und verwendet statt Gnome und KDE die ressourcen-schonende Desktop Oberfläche XFCE. Das Linux Betriebssystem befindet sich auf der 4 GB Compact Flash Karte. Updates und Patches werden automatisch installiert, wenn man am Netzwerk angeschlossen ist. Der Endkunde muss sich wirklich um gar nichts kümmern. Die Anbindung an eine Internetverbindung ist allerdings zwingend nötig. Man kann zwar für einen kurzen Zeitraum auch ohne Internet arbeiten arbeiten, aber die 4GB Compact Flash Karte ist nur für temporäre Dateien gedacht. Über die Internetverbindung werden alle Dokumente, Dateien, Videos und MP3-Files im Hintergrund auf dem Backupspeicher übertragen, der sich direkt bei der Firma Zonbu (vermutlich USA) befindet. Eine gute Internetverbindung sowie Flatrate ist empfehlenswert, um keine weiteren Kosten durch das ständige Up- und Downloaden zu verursachen. 50GB sind im monatlichen Grundpreis von ca. 15 USD enthalten. Für manche mag diese Auslagerung der Speicherung recht eigenartig sein, immerhin handelt es sich ja um die eigenen, privaten Daten. Die Übertragung erfolgt allerdings verschlüsselt, und zudem muss man sich selbst nicht um Backups kümmern. Und sollte irgendwann mal der Zonbu Desktop Mini nicht mehr funktionieren, wird einfach ein Hard-Reset durchgeführt (das Betriebssystem wird komplett neu aufgespielt), und man kann sofort wieder arbeiten. Alle Dateien sind sofort wieder zugänglich, da sie auf dem Backup-Speicher abgesichert wurden. Man verliert also keine Dateien. Zusätzlich kann man sich über SSH und VPN direkt mit seinen Daten-Server verbinden, von jedem Rechner der Welt aus. Sehr erstaunt waren wir darüber, wie unkompliziert, reibungslos und unproblematisch alles funktioniert. Hier hat Zonbu wirklich sehr gute Arbeit geleistet und bietet einen nennenswerten Service an.

20 Applikationen sind vorinstalliert, darunter die komplette Office-Suite OpenOffice.org 2, der Acrobat Reader 7 für PDF-Dateien, GnuCash Finanzbuchhaltung, Gimp Grafikbearbeitung, Scribus Desktop Publishing, KompoZer HTML-Programmierung, Mozilla Firefox Browser, Evolution Email-Kontakt-Kalender Applikation, Skype Voice-over-IP Telefonie und Chatprogramm, Gaim! Chatprogramm für ICQ-MSN-Yahoo, sowie 30 verschiedenste Spiele. Mit Cube ist sogar ein 3D-Shooter a lá Doom installiert, diesen muss man aber über die Konsole starten. Mit 20 - 30 fps reicht die Wiederholrate sogar aus, um genügend Spaß beim Ballern zu haben. Für den täglichen Gebrauch als Office-PC, Kiosk-PC oder für Kinder reicht die von Zonbu ausgewählte Softwareausstattung vollkommen aus, und Updates werden natürlich auch immer automatisch eingespielt.

In Sachen Multimediafähigkeit hat sich die Firma Zonbu viele Gedanken gemacht und eine gute Programmauswahl integriert. Der Banshee Player ist dem Apple iTunes vom Funktionsaufbau sehr ähnlich. Man kann MP3 Dateien verwalten, mit dem Apple iPod oder anderen Audioplayern synchronisieren, Audio-CDs in MP3 umwandeln oder Audio-CDs brennen. Er kann zudem fast alle Audio-Formate wiedergeben. Der MPlayer ist der Allround-Multimediaplayer für alle Arten von Videofiles, sei es AVI, DivX, 3ivX, WMF, MPEG oder MP4. Die Wiedergabe von HDTV Videos ist allerdings nicht flüssig. Wer sich zufällig ein externes DVD-Laufwerk gekauft hat, der kann mit Totem (basiert auf Xine Bibliotheken) darauf sogar DVDs abspielen. Nicht klar ist aber die rechtliche Lage bei Totem und xine, da die DVDs ja entschlüsselt (Descrambbling) werden. Mit Azureus (BitTorrent Protokoll) und aMule stehen zudem P2P-File-sharing Tools zur Verfügung. Damit ist es besonders leicht, MP3 oder Videos herunterzuladen. Allerdings ist dies meist illegal.
Wenn man mit vielen Multimediafiles handhabt, dann bekommt man schneller die Speicherkapazitäts-Einschränkung des Zonbu Desktop Mini zu spüren. Besonders bei großen Videos und Bildern kann der lokale Speicher (3GB sind normalerweise frei auf der Compact Flash Karte) schnell überschritten werden. Dann heißt es erstmals warten, bis die Dateien entweder auf dem Backup-Ordner hoch geladen wurden und somit die CF-Karte wieder freier wird, oder zu warten bis z.B. das Video heruntergeladen wird. Entweder man hat dann super schnelles Internet, oder für große multimedialen Datenbestände verwendet man eine eigene USB Festplatte. Audio Check MP3 OGG Vorbis WMA 9 WAVE M4A Apple AIFF Apple AC3 MP2 Audio MP3 PRO MP4 Audio REAL Audio Flash Audio (z.B. Amazon in Firefox) |
OK OK OK OK OK OK (nur mit MPlayer) OK (nur mit MPlayer) OK (nur mit MPlayer) OK OK (nur mit MPlayer) OK (nur mit MPlayer) nur REAL Audio Variante (durch MPlayer Embedded PlugIn) | Video Check DVDs mit Region Code und CSS DivX 6 AVI H264 MP4 Mpeg4 MP4 WMV 9 XVid AVI 3ivx AVI iPod M4V Mjpeg MOV Quicktime MOV Mpeg1 MPG Mpeg2 MPG HDTV WMV9 Flash Video (z.B. YouTube in Firefox) DivX Videos (z.B. DivX Stage in Firefox) |
OK (nur mit Totem) OK OK OK OK OK OK OK OK OK OK OK OK (nicht flüssig) OK OK (durch MPlayer Embedded PlugIn) |
Leider hat Zonbu nicht vorgesehen, weitere Software installieren zu können. Dies kann man nur durch ausgereifte Linux-Gentoo-Kenntnisse tun, indem man sich als Root einloggt und über die Kommandozeile Software nachinstalliert. Offiziellen Support gibt es dann aber nicht. Es ist aber lobenswert, dass Zonbu sogar Informationen darüber veröffentlicht. Ein Versuch mit Autopackage Software oder klik (1 App = 1 File) scheiterten leider. Autopackage Software kann wegen der eingeschränkten Zugriffsrechte nicht ausgeführt werden, und klik lässt sich auf dem System nicht einrichten. Sehr gut wäre es auf jeden Fall, wenn Zonbu die Software klik standardmäßig integrieren würde. Dann könnte der Benutzer jederzeit weitere Software installieren, ohne dass dabei das Zonbu Betriebssystem beeinträchtigt oder sogar beschädigt würde.
StandBy und Ruhezustand scheinen offiziell nicht vorgesehen zu sein, zumindest derzeit noch nicht. Denn man kann beide Stromsparmodi nicht einfach so aktivieren, da ein Button im Betriebssystem fehlt. Die Funktionen können aber erzwungen werden, indem man unter Start - Control Panel - Advanced Settings - Power Settings die Funktion Sleep oder Hibernation aktiviert, wenn man auf die Powertaste direkt am Gerät drückt. Und Tatsächlich, beide Modi funktionierten tadellos, auch wenn der StandBy Modus eher ein S1 zu sein scheint.
Nicht klar ist die Situation mit Druckern, denn ob ein Drucker überhaupt funktioniert hängt von der Firma Zonbu und dessen Treibereinbindung ab. Ein HP ColorLaserjet 2600n (wie bei unserem Test) wird zum Beispiel nicht unterstützt. Ladezeit Hochfahren , Herunterfahren Standby S1 aktivieren , aufwachen
Ruhezustand S4 aktivieren , aufwachen |
1m 18s , 0m 39s Funktion offiziell nicht nicht vorhanden (durch Power-Settings aktivierbar) 0m 02s , 0m 03s Funktion offiziell nicht nicht vorhanden (durch Power-Settings aktivierbar) 0m 25s , 0m 26s | Technische Prüfung Audio USB LAN integrierter Card Reader |
OK OK OK nur als Festplattenersatz | Grafik VGA Semitransparente Fenster 3D-Unterstützung |
OK OK OK | Stromsparfunktionen Verminderung der CPU Frequenz |
Funktion nicht aktiviert |

Für die Installation von Windows XP muss die USB-Tastatur an den Front-USB-Port und das USB DVD-Laufwerk an den USB-Port unter dem Netzwerkanschluss verbunden werden, da nur diese beiden USB Schnittstellen bootfähig und hostfähig sind.
Wer Windows XP oder ein anderes Betriebssystem ausprobieren möchte, sollte sich min. eine 4GB Compact Flash Karte mit High-Speed besorgen, am besten für industrielle Zwecke, weil dort die Schreib- Lesezyklen viel höher sind. Sonst kann es bereits nach wenigen Tagen Betrieb ein bitteres Ende mit zerstörter CF-Karte geben.
Die Installation von Windows XP dauerte doch sehr lange, und nach dem ersten Systemstart war kein Bildschirminhalt bzw. das Startmenü zu sehen. Die Auflösung wurde auf 640x480 Pixel gesetzt und alles wurde außerhalb der Bildschirmfläche verschoben. Wir mussten deshalb Windows XP neu starten und durch die F8 Taste den VGA-Modus aktivieren. Danach kann man die Treiber installieren. Diese findet man hauptsächlich auf der Website Viaarena.com:
- VIA Hyperion Pro Driver Package
- CX700M/M2 UniChome Pro integrated graphics
- VIA HD Audio Codec VT1708A paired with VX700(M/M2)
Leider erweist sich Windows XP als sehr langsam und stockt immer wieder beim Öffnen von Fenstern, manchmal treten Verzögerungen von vielen Sekunden auf. Dies könnte einerseits daran liegen, dass unsere CF-Karte nur 40x Geschwindigkeit hat, aber andererseits auch an Windows XP selbst, das für die Installation auf CF-Karten wohl nicht optimiert ist. In diesem Fall ist es sicherlich besser, eine Windows XP Embedded Version zu verwenden. Leider konnten wir den kostenlosen Embedded XP BuilderKit von Microsoft nicht ausführen um es zu testen. Windows XP Embedded ist zudem viel schlanker und erzeugt wesentlich weniger Schreib- Lesezyklen, was die Lebensdauer einer Compact Flash Karte wesentlich verlängern würde. Ladezeit Hochfahren |
3m 24s | Technische Prüfung Audio USB LAN integrierter Card Reader |
OK OK OK nur als Festplattenersatz | Grafik VGA |
OK | Stromsparfunktionen Verminderung der CPU Frequenz |
Funktion nicht aktiviert |
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