

Der Zonbu Desktop Mini sieht vom Aussehen her einem Festplattengehäuse sehr ähnlich. Das Design ist schlicht und einfach, die Kühlrippen-Seitenteile passen gut in das Gesamtbild. Als Materialien wird hochwertiges und 3-5 mm dickes Aluminium verwendet. Schöner könnte der Zonbu Desktop Mini nur sein, wenn die Gehäuseteile eloxiert (womöglich farbig) statt lackiert wären. Mit dem Partner SkinIT bietet Zonbu aber passende Klebefolien mit über 100 Motiven an.
Die Leistung der VIA Eden CPU ist Low-End, reicht aber für Office aus. Positiv überrascht waren wir, wie gut Zonbu das Betriebssystem darauf abgestimmt hat, sodass Programme wirklich sehr schnell ausgeführt werden.
Die Ausstattung ist auf das Minimalste beschränkt, eine Festplatte gibt es nicht. Stattdessen befindet sich das Betriebssystem auf einer 4 GB Compact Flash Karte. Mit 6 USB Anschlüssen ist der Desktop Mini gut erweiterbar, auch wenn 4 davon nicht USB 2.0 fähig sind. Ein WLAN Modul ist als Optional erhältlich.
Mit 9-15 Watt Energieverbrauch ist Zonbu's Desktop Mini einer der stromsparensten PCs die es gibt. Unter Volllast fühlt sich das Gehäuse nur warm an, aber nicht heiß. Da weder Lüfter noch Festplatte eingebaut sind, ist er absolut lautlos.
Wegen der geringen Performance sollte man den Zonbu als Small-Office, im Kiosk, zu Hause oder für Kinder verwenden. Für diese Einsatzgebiete bringt er aber auch gleich ein Betriebssystem mit üppigem Softwareangebot mit. Das ZonbuOS ist sehr gut optimiert worden. Die Programmauswahl reicht von Office über Finanzbuchhaltung bis hin zu einer Vielzahl von Spielen, aber auch Mutlimediaprogramme, die fast alle Audio- und Video-Formate inklusive verschlüsselten DVDs wiedergeben können. Schade ist, dass man keine eigene Software installieren kann, da dies Zonbu mehr oder weniger unterbindet. Vielleicht sollte sich Zonbu überlegen, Software über die Technologie klik zu ermöglichen. Windows XP auf dem Zonbu zu betreiben ist zwar möglich, aber nicht empfehlenswert.
Beim Service kann der Zonbu wirklich Punkten. Dies fängt bei einem sehr guten Linux Betriebssystem an, das bei einem defekt innerhalb von Minuten wieder hergestellt werden kann. Dazu kommen die kostenlosen Updates und Sicherheitspatches, sowie ein automatischers Backup, das im Hintergrund alle Dateien sichert. Durch das Linux Betriebssystem ist man sehr gut vor Viren und Würmer geschützt. Zonbu bietet zudem einen 3 jährigen kostenlosen Austausch an, sollte der Desktop Mini wirklich mal defekt sein. Telefon- und E-Mail-Support sind natürlich auch dabei.
Zonbu nimmt die Sache mit Öko-PCs wirklich ernst und hat mit dem Desktop Mini ein äußerst interessantes Produkt vorgestellt. 99 USD für einen kompletten Mini-PC ist sehr preiswert, allerdings muss man eine monatliche Pauschale von 15 USD dazurechnen, durch die das Gerät eigentlich subventioniert wird. Diese läuft min. 2 Jahre und kostet insgesamt 360 USD. Dafür sind kostenlose Updates und Patches sowie ein 50 GB Online-Backup inklusive, eine Art Rundum-Sorglos-Paket. Zudem muss man auch sagen, dass man Stromkosten von bis zu 10 EUR monatlich sparen kann, wenn man statt eines normalen PCs mit fast 10-fachem Energieverbrauch einen Zonbu verwendet. Da relativieren sich die monatlichen Servicekosten doch einigermaßen.
Ein Problem ist eventuell die nötige High-Speed Internetverbindung, da der Mini-PC sonst die Dateien nicht auf dem Backup-Speicher auslagern kann. Daher sollte man am besten eine Flatrate haben, denn sonst könnten unerwartete Kosten beim Internet Provider verursacht werden. Der Zonbu Desktop Mini kann aber auch für 299 USD ohne die monatliche Pauschale erworben werden, allerdings dann ohne Serviceplan und ohne Online-Speicher.
Allgemein ist es schade, dass Zonbu noch keinen richtigen Fuß in Europa gefasst hat und eine deutsche Sprachlokalisierung noch nicht vorhanden ist. Das Unternehmen existiert aber erst seit kurzem, und ihr erstes Produkt hat weltweit schon für viel Aufsehen gesorgt. Die Idee, die Zonbu verfolgt, hat auf jeden Fall sehr viel Potential. Der Zonbu Desktop PC konnte in der Summe durchwegs überzeugen und könnte sowohl die Empfehlung der Redaktion als auch wegen des Öko-Gedanken die Special Nomination erhalten. Angebrachter ist aber sicher die Budget Empfehlung, denn der Zonbu Desktop Mini kostet nicht nur wenig, sondern senkt auch die Stromrechnung.
[igor.c]

Pro | Kontra | + umweltfreundlicher Mini-PC + geringer Energieverbrauch + passive Kühlung, absolut lautlos + sehr klein + hochwertiges Gehäuse aus Aluminium + gutes Service-Angebot (Updates, Patches, Backups) + komplettes Softwareangebot (Office, Multimedia) + WLAN Modul möglich
| - nur 2 der 6 USB highspeed- und bootfähig - geringe Performance - High-Speed Internet mit Flatrate nötig - große Dateien führen zu Verzögerung (wegen Backup) - lokaler Speicher nur 3 GB - Softwareangebot nicht erweiterbar - Kompatibilität zu Drucker und Scanner nicht garantiert
| Verbesserungsvorschläge | ● größere Compact Flash Karte (ev. Als Optional) oder vielleicht 10-20 GB Festplatte ● Gehäuse eloxieren statt lackieren, Farben anbieten ● klik Software integrieren, damit Endkunde eigene Software selbst installieren kann |
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